Schuldnerberatung: 40% mehr?

Düstere Corona-Zwischenbilanz

(31.07.2020) Wie viele Österreicher ringen da derzeit bloß ums finanzielle Überleben? Die Schuldnerberatung zieht jetzt Ende Juli eine bittere Zwischenbilanz in der Corona-Krise. Auf Grund von Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit hätte man derzeit um rund 10 Prozent mehr Fälle, als in den vergangenen Sommern. Doch das ist wohl noch die Ruhe vor dem Sturm. Noch haben viele Gläubiger Geduld, auch auf manchen Sparbüchern liegt noch der eine oder andere Euro. Aber ab Herbst wird es wohl brutal, im nächsten Jahr rechnet man dann bereits mit 40 Prozent mehr Beratungsgesprächen.

Thomas Berghuber von der Schuldnerberatung Oberösterreich:
“Nehmen wir ein klassisches Kurzarbeitsbeispiel. Ein Familienvater verdient jetzt bereits seit Monaten einige hundert Euro weniger. Die Zahlungen bleiben aber, da helfen auch die Stundungen nicht ewig weiter. Denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Und wenn die Bank in absehbarer Zeit dann doch das Geld sehen will, dann geht es sich einfach nicht mehr aus.“

Die Situation sei mit einem Vulkan vergleichbar, so Berghuber:
“Es brodelt – und zwar mächtig. Niemand weiß, ob und wann der Vulkan ausbrechen wird. Aber ich fürchte, der Ausbruch lässt sich nicht verhindern. Und sollte es wirklich zu einer zweiten Welle kommen, dann wird es mit den Schulden wirklich heftig.“

(mc)

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