Schweden: Corona-Musterland?

"Hohen Preis bezahlt"

(29.09.2020) War der schwedische Corona-Weg doch der richtige? Laut EU-Statistik ist Schweden derzeit das einzige Land der Union, in dem die wöchentlichen Infektionszahlen pro Kopf seit Sommer kontinuierlich sinken. Schweden hat ja im Frühling auf einen Lockdown verzichtet. Man hat Verhaltensregeln stets nur empfohlen, nie vorgeschrieben. Das könnte inzwischen zu einer relativ hohen Durchimmunisierung im Land geführt haben.

Doch Schweden hat dafür einen hohen Preis bezahlt, immerhin gibt es dort fast 6.000 Corona-Tote. Sozialmediziner Michael Kunze:
"Das war von Anfang an ein sehr riskanter Weg. Und fast 6.000 Tote sind natürlich verheerend. Man hätte diese Zahl meiner Meinung nach deutlich niedriger halten können, wenn man die Risikogruppen besser geschützt hätte. Vor allem in den Senioreneinrichtungen."

Allerdings gibt es auch viel Lob für die schwedische Bevölkerung. Die hält sich an Empfehlungen nämlich besser, als wir Österreicher uns an Gesetze, so Kunze:
"Die Schweden sind ein unglaublich soziales Volk, da gibt es ein großes Miteinander und da tut man einfach bestimmte Sachen nicht. Bestes Beispiel sind Alkolenker: In Schweden fährt man nun mal nicht, wenn man getrunken hat!"

(mc)

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