Im Web: Empörung über "Selfie-dioten"

Die sind wohl für ein cooles Foto zu weit gegangen! Große Aufregung herrscht derzeit nämlich im Netz um ein Foto, das zwei Männer aus Deutschland zeigt, die auf dem Gestänge des Notarzthubschraubers posieren und sich dabei fotografieren lassen!

Das Empörende: Die Crew versorgt gerade einen Schwerverletzten, der nur wenige Stunden später dann im Krankenhaus verstirbt. Sogar die Polizei musste einschreiten, um die Gaffer zu vertreiben und um weitere Aufnahmen zu verhindern.

So ein Fall ist bei einem Einsatz äußerst störend, sagt Ralph Schüller von der ÖAMTC-Flugrettung:
"Prinzipiell ist es nicht angenehm, wenn man fotografiert wird. Natürlich ist es auch störend, weil man zusätzlich zum Patienten, auf den man sich konzentrieren muss, auch genug Zaungäste in Schacht halten muss. Dafür gibt es dann aber auch die Polizei, die darauf schaut, dass sich die Rettungskräfte ungestört um den Patienten kümmern können und nicht auch noch Zaungäste verscheuchen muss."

Aber was verleitet uns eigentlich dazu, auf solch irre Gedanken zu kommen?

Psychologe Enrique Grabl:
"Wir leben in einer Kultur, wo Menschen ein unglaublich starkes Geltungsbedürfnis - ein Demonstrationsbedürfnis ihrer selbst ausleben wollen. Da fällt ihnen gar nicht ein, an Ethik oder Moral zu denken. Prioritär ist: Ich bin wieder im Mittelpunkt und erhöhe dadurch mein Selbstwertgefühl"

Erlaubt ist die Aktion des Selfie-Schießens auf öffentlichen Plätzen aber schon. Dennoch sollte man in solchen Situationen vielleicht zweimal drüber Nachdenken!

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