Sex-Skandal bei Royals

Andrew im Epstein Sumpf

(10.08.2021) Der Sex-Skandal um Jeffrey Epstein in den USA zieht das britische Königshaus wieder mit Macht ins Rampenlicht. Prinz Andrew (61) habe sie als Minderjährige missbraucht, behauptet die US-Amerikanerin Virginia Roberts Giuffre - und hat in New York nun Klage gegen den mittleren Sohn von Queen Elizabeth II. (95) eingereicht. "Ich mache Prinz Andrew für das verantwortlich, was er mir angetan hat", betonte die 38-Jährige in einer Stellungnahme. Sie verlangt Schadenersatz von dem Royal. Dieser weist die Vorwürfe seit Jahren zurück. Er hat sich aber wegen seiner Freundschaft zum mittlerweile gestorbenen Epstein von seinen Aufgaben zurückgezogen.

Rückblick: Multimillionär Epstein soll über Jahre hinweg Dutzende minderjährige Mädchen missbraucht und zur Prostitution gezwungen haben. Dabei halfen ihm der Anklage zufolge sowohl Mitarbeiter als auch seine Ex-Partnerin Ghislaine Maxwell, die derzeit in einem New Yorker Gefängnis auf ihren Prozess wartet. Über Maxwell wiederum lernte Epstein auch den Herzog von York kennen, wie Prinz Andrews offizieller Titel lautet. Giuffre wirft Maxwell vor, sie "zur Sexsklavin ausgebildet" zu haben, was die Epstein-Ex bestreitet.

"Randy Andy"

Die Vorwürfe gegen Andrew - von der britischen Presse wegen seiner Affären einst als "Randy Andy" (etwa: geiler Andy) verspottet - sind seit Jahren bekannt. Nun aber beschäftigen sie auch die Justiz. "Wie andere minderjährige Kinder vor und nach ihr wurde die Klägerin zunächst angeworben, um Epstein Massagen anzubieten und danach eine Vielzahl von sexuellen Handlungen durchzuführen", heißt es in der Anklage, die die britische Zeitung "Daily Mail" am Dienstag veröffentlichte. Giuffre sei regelmäßig von Epstein missbraucht und von ihm "ausgeliehen" worden. "Ein solcher mächtiger Mann, an den die Klägerin zu sexuellen Zwecken ausgeliehen wurde, war der Angeklagte Prinz Andrew, der Herzog von York."

Andrew willkommener Gast bei Epstein

Ein Sprecher Andrews wollte die Klage nicht kommentieren. Der Bruder von Thronfolger Prinz Charles hat zwar zugesagt, den zuständigen Ermittlungsbehörden helfen zu wollen - vor der New Yorker Staatsanwaltschaft aber trotz aller Anfragen noch nicht als Zeuge ausgesagt. Andrew war mehrfach Übernachtungsgast in Epsteins Anwesen in den USA und der Karibik. Von den Machenschaften seines Freundes und dessen Ex-Partnerin Maxwell will er nichts mitbekommen haben. Epstein nahm sich im Sommer 2019 in einer Zelle das Leben.

Angeblich drei mal missbraucht

Klägerin Giuffre berichtet von drei Fällen, in denen Andrew sie missbraucht habe. Er habe gewusst, dass sie minderjährig gewesen sei, behauptet sie. "Die Mächtigen und Reichen sind nicht davon befreit, für ihre Taten verantwortlich gemacht zu werden", sagte Giuffre. "Ich hoffe, dass andere Opfer erkennen, dass es möglich ist, nicht in Stille und Angst zu leben, sondern sein Leben zurückzuerobern, indem man sich äußert und Gerechtigkeit fordert."

(fd/apa)

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