Sexuelle Gewalt in Uber

6.000 Fälle gemeldet

(06.12.2019) Seit Jahren beschäftigen den Fahrdienstvermittler Uber Beschwerden von Passagieren und Fahrern, die in einem Uber sexuell angegriffen wurden. Jetzt enthüllt das Unternehmen erstmals das Ausmaß dieser Vorfälle.

Laut dem gestern veröffentlichten Sicherheitsbericht sind Uber in den Vereinigten Staaten in den Jahren 2017 und 2018 fast 6.000 Fälle sexueller Gewalt von Fahrgästen, Fahrern und Dritten gemeldet worden. Darunter seien 464 Vergewaltigungen und fast 600 versuchte Vergewaltigungen. Hinzu kommen andere Übergriffe, wie unerlaubte Berührungen und Küsse.

Des Weiteren hat das Unternehmen zehn tödliche Angriffe im Jahr 2017 und neun weitere im Jahr 2018 gemeldet. Acht der Todesopfer waren laut Uber Fahrgäste, sieben waren Fahrer und vier Zuschauer oder nicht direkt Beteiligte.

Jeder Fall „ein Fall zu viel“

Die gemeldeten Fälle machen insgesamt 0,00002 Prozent aller vermittelten Fahrten aus, sagt das Unternehmen. Auch wenn sie selten seien, bedeute jede einzelne Beschwerde „eine sehr schmerzhafte Erfahrung“, so Uber. Jeder gemeldete Fall sei „ein Fall zu viel“.

Auch Uber’s größter Konkurrent in den USA, Lyft, hat mit solchen Anschuldigungen zu kämpfen. Am Mittwoch haben 20 Frauen Klage gegen Lyft eingebracht, die in von Lyft vermittelten Fahrzeugen vergewaltigt oder sexuell attackiert wurden. 14 ähnliche Klagen sind bereits im September eingereicht worden. Allgemein nimmt die Zahl der Klagen von Frauen, die als Nutzerinnen der Fahrdienstvermittler Opfer sexueller Gewalt wurden, zu.

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