Spendenaufruf war Betrug?
Nach Amoklauf in Graz
(24.09.2025) Nach dem Amoklauf am 10. Juni 2025 in Graz, bei dem insgesamt zehn Menschen ums Leben gekommen sind, wurden zahlreiche Spendenaktionen ins Leben gerufen. Eine dieser Aktionen könnte jedoch ein Betrugsfall sein, wie die Landespolizeidirektion Steiermark heute Mittwoch mitteilt.
Die Spendenkampagne mit dem Titel „Amoklauf Graz – Hilfe für Hinterbliebene und Betroffene“ auf der Plattform GoFundMe hat seit dem 11. Juni insgesamt 37.262 Euro von 623 Spenderinnen und Spendern gesammelt. In der Beschreibung wird betont, dass es sich um den einzigen Aufruf handle, „der direkt und nachweislich zu den Hinterbliebenen zurückzuführen ist“. Das ist aber weit von der Wahrheit entfernt.
Tatsächlich sind jedoch nur 2.126 Euro bei den Betroffenen angekommen – und das auf ungewöhnliche Weise: in Bargeld, in einem Umschlag. Wo die restlichen rund 35.000 Euro sind, ist derzeit unklar.
Laut Recherchen ist die Organisatorin der Kampagne keine Hinterbliebene, wie auf ihrer Spendenaktion suggeriert wurde, sondern eine amtsbekannte Betrügerin. Laut Medienberichten wurde sie bereits vor der Veröffentlichung des Betrugs konfrontiert, hat jedoch alles abgestritten.
Heute Mittwoch hat die Polizei nach APA-Anfrage mitgeteilt, dass aus taktischen Gründen keine weiteren Details zu den Ermittlungen bekanntgegeben werden können.
Die Spendenaktion der Stadt Graz hat bis dato 228 Tausend Euro einsammeln können und ist weiterhin aktiv.
(apa/AVL)