Strolz holt Silber!

Im Olympia-Slalom

(16.02.2022) Johannes Strolz hat nach Kombi-Gold bei den Olympischen Winterspielen in Peking auch noch Silber im Spezialslalom gewonnen. Als Halbzeit-Führender musste sich der Vorarlberger am Mittwoch am Ende nur dem Franzosen Clement Noel, der mit Laufbestzeit von Platz sechs zum Sieg stürmte, um 0,61 Sekunden geschlagen geben. Bronze ging an Weltmeister Sebastian Foss-Solevaag (NOR). Michael Matt, als Halbzeit-7. auch aussichtsreich im Medaillenrennen, schied in der Entscheidung aus.

Der Slalom war die letzte olympische Einzelentscheidung bei den Alpinski-Männern und fand in Yanqing bei erneut sehr kalten Temperaturen (minus 21 Grad am Start) und den so eigenwilligen Schneebedingungen statt. Österreichs Quartett baute auch darauf, dass mit Marko Pfeifer ihr eigener Trainer einen anspruchsvollen ersten Kurs in den an sich eher einfachen Slalomhang gesetzt hatte.

Dem nach wie vor seine Form suchenden Slalom-Weltcupsieger Marco Schwarz half das aber ebenso nicht wie Manuel Feller. Der Kärntner klassierte sich mit großem Rückstand nur als Halbzeit-25., verbesserte sich dank eines Skiwechsels in der Endabrechnung noch auf Platz 17. Feller schied nach hoffnungsvoller Zwischenzeit mit einem Einfädler vor dem Schlusshang überhaupt gleich im ersten Durchgang aus.

Matt hingegen legt eine soliden Lauf hin und positionierte sich in Medaillen-Schlagdistanz, ehe Strolz mit hoher Startnummer 19 noch einen drauf setzte. Der vor der Olympia-Saison schon ausgemustert gewesene 29-Jährige, der sechs Tage zuvor sensationell Gold in der Kombination geholt hatte, drehte nach einer frühen Schrecksekunde im Zielhang noch so auf, dass er zwei Hundertstel vor Henrik Kristoffersen und sechs vor Foss-Solevaag sogar als Halbzeit-Führender vor dem norwegischen Duo in die Entscheidung ging.

Strolz war Anfang Jänner mit seinem Überraschungssieg in Adelboden auf die große Skibühne zurückgekehrt und hatte damit auch das Ticket für die Spiele gelöst, wo er dann unerwartet Kombi-Gold holte. Der Slalom hatte es an Spannung in sich. In den sechs Weltcup-Slaloms davor hatte es sechs verschiedene Sieger gegeben. Nur sechs Hundertstel zwischen eins und drei waren im 20. Olympia-Slalom der Geschichte zugleich die knappste Ausgangslage bisher überhaupt.

Selbst Matt hatte - siehe Noel - als Siebenter in der Entscheidung noch gute Medaillen-Chancen, schied auf dem wie in Kitzbühel von Jacques Theolier gefinkelt gesetzten Kurs aber früh aus. "Es war schneller vorbei als es angefangen hat. So unwohl auf den ersten Toren habe ich mich die ganze Woche nicht gefühlt", rätselte der Arlberger.

Im vermeintlichen Hundertstel-Duell um die Medaillen fielen dann die Dinge an der Spitze durcheinander und Strolz hatte plötzlich 38 Hundertstel Vorsprung auf Noel, als es um alles ging. Am Ende rettete er mit der nur 13. Laufzeit neun Hundertstel vor Foss-Solevaag noch Silber und damit die 17. ÖOC-Medaille bei diesen Spielen. Er wandelte damit auch weiter auf den Spuren von Vater Hubert, der 1988 nach Kombi-Gold ebenfalls auch noch Silber - allerdings im Riesentorlauf - gewonnen hatte.

"Wunderschön. Die Ski-Märchen gehen weiter", freute sich ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober. ÖSV-Männerchef Andreas Puelacher machte klar, dass Strolz womöglich ohnehin das Maximum herausgeholt hatte. "Gold war heute wohl außer Reichweite, Noel hat es einfach super getroffen." Slalomchef Pfeifer meinte: "Johannes hat gezeigt, dass er Nerven aus Drahtseilen hat."

Strolz selbst brüllte seine Erleichterung bei der Zeremonie nach dem Rennen mit geballter Faust laut heraus. "Ich war überraschend wenig nervös. Ich habe perfektes Material und ein super Team hinter mir, das macht es leichter. Und natürlich habe ich zur Zeit einfach eine Riesenfreude am Skifahren", sagte der Vorarlberger. "Aber ich hatte ja schon Gold, also war ich schon ein Gewinner und habe mich einfach auf meine Sachen konzentriert." Natürlich habe er sofort an seinen Papa gedacht. "Er hat ja in Calgary auch Gold und Silber geholt."

Feller war nicht der Einzige, der von den Schneeverhältnissen überrascht worden war. "Ich hatte ein bisschen zu wenig Grip, da hätte ich mehr Risiko gehen können, was das Material betrifft", erklärte der Tiroler. Mit jedem Trainingstag hätten sich die Bedingungen geändert. "Am Anfang war es sehr schnittig und aggressiv, mit dem Schneefall hat es das Ganze glatter gemacht. Auf einmal hat es wieder minus 25 Grad und Wind und war wieder richtig spröde. Und jetzt mit dem Rutschen und der Bewegung auf der Piste ist es wieder glatter geworden."

Ihm habe es bei Olympia das Selbstvertrauen "ziemlich geputzt", gab Feller zu. "Ich nehme praktisch nichts Positives mit", sagte der Tiroler, der mehrfach von Corona-Quarantäne gebremst worden war. Er freue sich nun auf die Heimkehr nach Europa, wo ihm die Verhältnisse deutlich besser liegen würden.

(APA/MK)

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