Urteil per Videokonferenz

Angeklagte zugeschaltet

(20.03.2020) Wegen der Corona-Krise gibt es auch große Veränderungen am Wiener Landesgericht! Dort werden Angeklagte nicht mehr vorgeführt, sondern bis auf Weiteres nur noch per Video zugeschaltet. Das heißt: Die Menschen bleiben in der Justizanstalt und werden dort in einen Raum gebracht, der mit einer Videoanlage ausgestattet ist. Die Richter, Staatsanwälte und Verteidiger kommen aber weiterhin im Verhandlungssaal zusammen.

Es werden aktuell auch nur mehr dringende Verhandlungen in Haftsachen abgewickelt, wo es um Fristen geht und klar ist, dass eine längere Inhaftierung unverhältnismäßig und damit in menschenrechtlicher Hinsicht bedenklich wäre.

Folgender Fall wurde etwa heute am Landesgericht für Strafsachen behandelt:
Eine 30-jährige Wienerin wurde per Video in den Gerichtssaal geschaltet. Sie ist Anfang März an der U-Bahn-Station Gumpendorfer Straße festgenommen worden, nachdem sie einem verdeckten Ermittler der Polizei drei Substitol-Tabletten verkaufen wollte. Seither ist die zweifach vorbestrafte Frau in U-Haft gesessen.

Die 30-jährige Dealerin hat sich geständig gezeigt und versprochen, sich eine Arbeit zu suchen, „wenn das Corona vorbei ist“. Das Urteil ist rechtskräftig: sieben Monaten bedingte Haft, die der Frau bedingt nachgesehen wurden.

(CJ/APA)

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