US-Hochzeit: Superspreader-Event

178 Infizierte, 7 Tote

(19.11.2020) Wenn die eigene Hochzeit zum Superspreader-Event wird! Es sollte der schönste Tag im Leben werden – in Corona-Zeiten kann dieser Tag aber heftige Auswirkungen haben. Das zeigt vor allem folgender Fall: Im US-Bundesstaat Maine ist eine Feier im August in alle Schlagzeilen geraten, jetzt hat die US-Gesundheitsbehörde CDC den gesamten Fall mithilfe des Contact-Tracings aufgeschlüsselt. Die Hochzeit mit 55 Gästen war Ausgangspunkt für 178 Covid-19-Infektionen - und sieben Todesfälle!

Wie konnte die Situation so eskalieren? Die Gäste sind an insgesamt zehn Tischen gesessen, wobei vier bis sechs Personen zusammengesessen sind. Das Personal führte bei allen Gästen Temperaturkontrollen durch, die aber alle als normal gemeldet wurden. Keiner der Gäste trug eine Maske, der Sicherheitsabstand wurde nicht eingehalten.

Als Auslöser gilt ein Hochzeitsgast aus Maine. Am Tag nach der Party klagte der Betroffene laut der CDC über Fieber, Husten und Müdigkeit. Fünf Tage später kam dann das positive Corona-Testergebnis. Dieser eine Corona-Fall zog weite Kreise: Nach der Hochzeit am 7. August hatten bis zum 20. August bereits 37 von den 55 Gästen ein positives Corona-Testergebnis. Nicht nur die Hochzeitsgäste wurden infiziert, mindestens zwei Servicekräfte wurden ebenfalls krank.

Das ist leider noch längst nicht alles: Ein weiterer Gast hatte einen Tag nach der Hochzeit nahen Kontakt mit einer in einem Pflegeheim tätigen Person. Dabei dürfte sich diese Person mit dem Coronavirus angesteckt haben, so die CDC. Das Virus hat sich immer weiter ausgebreitet, am Ende wurden 38 Fälle bei Einwohnern und Personal festgestellt. Drei Personen über 60 Jahre mussten ins Krankenhaus gebracht werden, sechs erlagen ihren Covid-19-Erkrankungen.

Unter den Hochzeitsgästen war auch ein Gefängniswärter, der allerdings erst einige Tage nach der Feier Symptome wie Husten, Fieber und den Verlust des Geruchssinns entwickelte. Auch in seiner Arbeit wurden anschließend Tests durchgeführt - 82 Neuinfektionen konnte die CDC in der Haftanstalt schließlich identifizieren, die auf Kontakt mit dem Gefängniswärter zurückzuführen waren.

Der unglückliche Superspreading-Event zeigt laut dem CDC deutlich auf, wie gefährlich und ansteckend das Virus ist. Denn: Keine der Personen, die ins Krankenhaus mussten oder an der Infektion gestorben sind, waren an der Hochzeit anwesend.

(mt)

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