US-Zeitung darf nicht auf Amtsreise
Wegen Epstein-Artikel
(22.07.2025) Nachdem das Wall Street Journal einen Artikel über Trump und den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein veröffentlicht, schließt die US-Regierung jetzt die Zeitung von Trumps Amtsreise aus. Er fliegt am Freitag nach Schottland. Wenn es nach der Journalistenorganisation der Weißen-Haus-Berichterstatter WHCA geht, soll man dem Wall Street Journal den Platz in der Air Force One zurückgeben.
Versuch des Weißen Hauses "zutiefst beunruhigend"
Die White House Correspondents' Association WHCA äußerst sich besorgt über den Ausschluss des WSJ: "Dieser Versuch des Weißen Hauses, ein Medium zu bestrafen, dessen Berichterstattung ihm nicht gefällt, ist zutiefst beunruhigend". In Bezug auf Meinungsfreiheit und Unabhängigkeit sagt der Verband: "Vergeltung der Regierung gegen Medien aufgrund des Inhalts ihrer Berichterstattung sollte alle beunruhigen, die Wert auf freie Meinungsäußerung und unabhängige Medien legen."
Allerdings ist das nicht der erste Fall dieser Art. Vor Monaten macht der Ausschluss der Associated Press von Flügen mit der Regierungsmaschine Schlagzeilen. Grund dafür war, dass sich das Medium weigerte Trumps neue Bezeichnung für den Golf von Mexiko zu verwenden: "Golf von Amerika". Mittlerweile beschäftigen sich Richter mit diesem Fall.
Artikel des Wall Street Journals
Das US-Medium berichtet in seinem Artikel über ein Glückwunschreiben Trumps zu Epsteins 50. Geburtstags im Jahr 2003. Der Brief soll schlüpfrigen Inhalt haben: Umrisse eines Frauenkörpers mit Brüsten sollen mit Marker hineingezeichnet worden sein. Veröffentlicht wurde der besagte Brief allerdings bis jetzt nicht. Das Wall Street Journal beruft sich hierbei auf Einsicht in Dokumente. US-Präsident Trump, der bestreitet das Schreiben verfasst zu haben, klagt gleich am nächsten Tag die Zeitung und den Medienmogul Rupert Murdoch auf Milliarden.
Trumps Wahlkampfversprechen
Im Wahlkampf versprach Trump die Epstein-Akten zu öffnen. Da er das allerdings bis jetzt nicht getan hatte, wuchs der Druck auf ihn - auch aus dem eigenen Lager. Kurz nach der Veröffentlichung des WSJ-Artikels hingegen, gibt Trump bekannt einige, aber nicht alle Akten freizugeben.
2019 war Epstein festgenommen und anschließend angeklagt worden. Sein Tod sorgte in den USA für viel Aufsehen, weil er beste Kontakte in die amerikanische High Society pflegte.
(APA/FA)