Waffenverbotszonen in Wien
Wirksamkeit durch Kontrollen
(22.08.2025) Am Freitag betont Wiens Landespolizeipräsident Gerhard Püstl, dass Waffenverbotszonen dann wirken, wenn auch dementsprechend kontrolliert wird. Gleichzeitig spricht er sich einmal wieder dafür aus, ein allgemeines Waffentrageverbot einzuführen. Das bestärkt er auch mit folgender Aussage: „Mir hat bisher noch niemand erklären können, warum er mit einem Messer durch die Gegend rennen muss."
Hintergrund dieses Gespräches und der Grund für Pürstls Aussagen waren sechs Messerattacken im August mit teils lebensgefährlichen Verletzten. Alle davon wurden mittlerweile geklärt, so der Leiter des Ermittlungsdienstes im Landeskriminalamt, Gerhard Winkler. Doch die Gefahr besteht weiterhin, vor allem weil sich drei dieser Waffenangriffe in eigentlichen Verbotszonen ereigneten.
Rückgang von Gewalt in Waffenverbotszonen
Nichtsdestotrotz nennt der Polizeipräsident die Favoritner Zone, die unter anderem den Keplerplatz und den Reumannplatz umfasst, als ein Beispiel, dass solche Maßnahmen wirken. Nach noch anfänglichen Spitzenzahlen der Kriminalitätsrate in den letzten Jahren, verzeichnet die Polizei heuer einen Rückgang um zehn Prozent der Anzeigen wegen Gewaltdelikten in der Waffenverbotszone.
„Die Kurve ist also abgeflacht oder sogar im Sinken", so Pürstl. Es sei aber noch zu früh zu sagen, dass dies eine dauerhafte Entwicklung sei. Den Zeitraum der drei Monate habe man als Vergleich herangezogen, weil wegen der angenehmen Temperaturen mehr Menschen im öffentlichen Raum seien und es da auch die meisten Straftaten gebe. "Klar ist: Verordnen allein bringt nichts, man muss die Waffenverbotszonen auch kontrollieren", betont der Polizeipräsident. Und es brauche eine funktionierende Kriminalpolizei, die für die Aufklärung und Ahndung der verübten Gewalttaten sorge.
(bg/apa)