Wien: Mädchen (12) missbraucht

10 Angeklagte weiter frei

(25.09.2025) Am Wiener Landesgericht findet ein außergewöhnlich brisanter Prozess statt: Zehn Angeklagte, alle zwischen 16 und 21 Jahre alt, stehen wegen sexualisierter Gewalt an einem Mädchen vor Gericht. Die mutmaßlichen Taten fanden zwischen März und Juni 2023 in Wien-Favoriten statt. Am ersten Prozesstag am Donnerstag erklärten sich alle Angeklagten für nicht schuldig.

Anklage und Vorwürfe

Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, das damals zwölfjährige Mädchen zu verschiedenen sexuellen Handlungen gezwungen zu haben. Diese sollen in einem Hotelzimmer, Stiegenhäusern, einem Hobbyraum und mehrfach in einer Wohnung stattgefunden haben. "Das Mädchen fühlte sich unter Druck gesetzt", erklärte die Staatsanwältin. Gewaltbereitschaft überzeugte das Mädchen offenbar, bei den Treffen zu bleiben.

Die Verteidiger widersprechen entschieden und weisen alle Vorwürfe zurück. Laut ihnen habe das Mädchen erklärt, bereits 14 Jahre alt zu sein und sei freiwillig auf die Treffen eingegangen. Die Verteidiger sehen strafrechtlich keinen relevanten Tatbestand. Verteidiger Manfred Arbacher-Stöger äußerte, "das Mädchen handelt in einem disfunktionalen Familiensystem."

Vorbestrafte Angeklagte

Von den zehn Angeklagten sind fünf bereits vorbestraft, teils wegen Raubes. Dies zeigt, dass es sich um keine unbescholtenen Jugendlichen handelt. Strafrechtlich drohen bei Verurteilung Haftstrafen von bis zu zweieinhalb Jahren für die schweren Vorwürfe der sexuellen Nötigung.

Mediale Aufregung

Der Prozess sorgt medial für großes Aufsehen. Am Gerichtsgebäude herrscht Fotografierverbot, doch einige Medien haben dieses umgangen. Der Prozess wird am Freitag mit Zeugenbefragungen fortgesetzt. Wie punkte die Urteile ausfallen, bleibt abzuwarten.

(fd/apa)

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