Zoo will Affen töten

Protest in Deutschland

(22.07.2025) Im Nürnberger Tiergarten planen die Verantwortlichen gesunde Guinea-Paviane zu töten, da die Gruppe zu groß geworden ist und es im Gehege zu wenig Platz gibt. Der Zoo erklärt, dass es dadurch immer häufiger zu aggressivem Verhalten und Verletzungen unter den Tieren komme. Seit Jahren versuche man vergeblich, die Paviane an andere Einrichtungen abzugeben.

Aktivisten im Zoo

Sechs Tierschutzaktivisten führen dagegen einen Protest. Die Organisation Animal Rebellion begründet die Aktion damit, dass diese Tötung einen gefährlichen Präzedenzfall darstelle. Emilia Schüler, Teil der Organisation, erklärt, dies sei ein massiver Rückschritt im Tierschutz und stelle eine klare Grenzüberschreitung dar. Ihrer Ansicht nach müssten Zoos aufhören, wahllos Tiere zu züchten, sie später als Überschusstiere zu töten und stattdessen gezielt den natürlichen Lebensraum bedrohter Arten schützen.

Die Polizei gibt an, dass fünf Aktivisten sich an das Gehege ketten und zunächst nicht mit den Einsatzkräften kommunizieren. Auch die Aufforderung des Zoo-Leiters, den Ort zu verlassen oder auf eine Versammlungsfläche auszuweichen, ignorieren sie. Da der Tiergartenbetrieb kaum gestört wird, verzichtet die Polizei zunächst auf Zwangsmaßnahmen. Erst nachdem angedroht wird, die Feuerwehr einzusetzen und Kosten in Rechnung zu stellen, lösen die Aktivisten ihre Schlösser freiwillig.

Die Polizei nimmt die Personalien auf, erteilt Platzverweise und entlässt die Beteiligten. Gegen alle sechs wird nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt, auch mögliche Verstöße gegen das Versammlungsrecht werden geprüft.

(KP)

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