Zug-Crash: Wirbel um Video und 'Selfie'

Würdest du helfen oder filmen? Es sind furchtbare Bilder, die du seit gestern im Netz betrachten kannst. Ein Überlebender des Zugunglücks in Bayern hält nur Sekunden nach dem tragischen Crash die Situation vor Ort auf einem Handy-Video fest. Es ist finster, er leuchtet mit der Handy-Taschenlampe den Weg aus, überall liegen blutende Menschen am Boden, laute Schreie sind zu hören.

Vorsicht: Verstörender Inhalt!
Das Schock-Video siehst du HIER.

Ebenso ist ein vermeintliches 'Selfie' vom Unglücksort aufgetaucht, das gerade im Social Network die Runde macht. ABER: Anders als das Standbild vermuten lässt, macht der Helfer vor Ort kein Selfie vor dem Unglückszug, sondern fotografiert mit seinem Handy nur die aufgebaute Presse am gegenüberliegenden Ufer.

In beiden Fällen reagieren die User entsetzt. Viele fragen sich, warum der Mann überhaupt sofort zu seiner Kamera gegriffen hat.

Sensationslust steckt da aber wahrscheinlich nicht dahinter, sagt Medienpsychologe Peter Vitouch:
"Ich kann mir nur vorstellen, dass der Mann unter Schock gestanden ist und seine Verhaltensmuster abgerufen hat, die er sonst auch immer an den Tag legt. Und das ist eben reflexartig zum Handy zu greifen und zu filmen. Ich glaube nämlich nicht, dass da eine Strategie dahinter steckt, wie zum Beispiel das Unglück zu dokumentieren oder das Material zu verkaufen."

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