Pass auf deinen Drink auf!

Gefahr: K.O.-Tropfen

Es passiert auf Partys, in Bars, in Clubs, auf Maturareisen, bei Konzerten oder Weihnachtsfeiern – die Täter, meist Männer, mischen ihren Opfern, meist Frauen, heimlich Betäubungsmittel ins Getränk - mit dem Ziel, sie gefügig, manipulierbar und wehrlos zu machen und um Straftaten wie Raub und Vergewaltigung zu begehen.

Es gibt aber auch Orte und Szenarien, an denen K.O.-Mittel eingesetzt werden, die untypisch sind. Auch beim Online-Dating, bei Dates in Privatwohnungen oder auf Homepartys kann es passieren, dass man K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt bekommt. Und nicht nur Fremde, auch Bekannte, Nachbarn, Freunde und Personen, denen wir eigentlich vertrauen, könnten diese bewusstseinsdämpfenden Mittel einsetzen. Es kann jede Frau und jedes Mädchen treffen. Und es gibt keine Altersgruppe und auch keine soziale oder Bildungsschicht, die nicht potenziell betroffen sein könnte.

Meist beginnt es für Betroffene mit einem anfänglichen Gefühl der Euphorie, gefolgt von plötzlichem Schwindel und Übelkeit, mit Wahrnehmungsschwierigkeiten von Bewusstseinstrübung über Dämmerzustand und Willenlosigkeit bis zu eingeschränkter Beweglichkeit hin zur Regungslosigkeit – und dann ein Filmriss. Oft fehlt die Erinnerung für mehrere Stunden vollständig.

Der Konsum von K.O.-Mitteln wird den Betroffenen meist erst im Nachhinein bewusst. Sie erwachen zu Hause oder an einem fremden Ort und wissen nicht, wie sie dorthin gekommen sind. Betroffene fühlen sich, als wären sie extrem "verkatert" und matt. Noch länger können sie unter körperlichen Beschwerden wie Erbrechen, Kopfschmerzen oder Schwindel leiden.

Sie wissen häufig nicht, was geschehen ist und ob oder in welcher Form und von wem ihnen möglicherweise Gewalt angetan wurde. Oft gibt es aber Hinweise, dass es zu einem sexuellen Übergriff oder zu einer Vergewaltigung gekommen ist. Anzeichen für körperliche oder sexuelle Übergriffe sind zum Beispiel Blutergüsse, zerrissene oder fehlende Kleidung, Schmerzen im Unterleib oder Spermaspuren.

welche angebote hat die stadt wien für betroffene?

Für Betroffene ist es sehr belastend, mit Gedächtnislücken und der bleibenden Unsicherheit zu leben und nur vage Ahnungen über das Geschehene zu haben.

Der 24 Stunden Frauennotruf 01/71719 bietet rund um die Uhr und anonym Beratung und Unterstützung nach erlebter Gewalt. Die Fälle, in denen sich Frauen mit dem Verdacht an diesen Notruf gewandt haben, dass ihnen ein K.O.-Mittel verabreicht wurde, sind in den letzten Jahren gestiegen. Die Angebote des 24-Stunden Frauennotrufs 01/71719 umfassen psychologische, rechtliche und sozialarbeiterische Beratung, psychosoziale Prozessbegleitung, Entlastungsgespräche und Informationen zu typischen Hinweisen auf den Einsatz von K.O.-Mitteln (Filmriss, „Fehlen“ von mehreren Stunden, obwohl wenig Alkohol konsumiert wurde, zerrissene oder verschmutzte Kleidungsstücke, Aufwachen in einer fremder Wohnung/an fremdem Ort). Hier erhalten Betroffene auch Informationen zur Nachweisbarkeit von K.O.-Mitteln bzw. zur Probenabnahme im Krankenhaus sowie Informationen zum Anzeigenprozedere bei der Polizei.

Da einige K.O.-Mittel nur wenige Stunden im Blut und im Harn nachweisbar sind, sollten Betroffene rasch ein Krankenhaus, z.B. das AKH aufsuchen. Wer den Verdacht hat, K.O. Mittel verabreicht bekommen zu haben, sollte daher so schnell wie möglich Beweismittel sichern: das bedeutet eine gynäkologische Untersuchung durchführen lassen und eine Harn- und Blutprobe abgeben. Wenn sich Betroffene (noch) nicht sicher sind, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten möchten, können sie sich bei den Beraterinnen des 24-Stunden Frauennotrufs Unterstützung bei der Entscheidung holen.

Ist eh alles O.K.? Nichts ist O.K. bei K.O.-Tropfen!

K.O.-Tropfen riecht und schmeckt man nicht. Passen wir aufeinander auf! Wie du richtig handelst, wenn du mitbekommst, dass jemandem K.O.-Tropfen ins Getränk gemischt werden, erfährst du unter wien.gv.at/gewaltschutz. Oder wähle den 24h-Frauennotruf 01/71719. Bei Gefahr ruf die Polizei unter 133. Hinschauen. Handeln. Helfen. Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen.

Wie können Frauen und Mädchen sich schützen?

Am wichtigsten ist es, seine Getränke nie unbeaufsichtigt zu lassen, Freund*innen sollten immer gegenseitig auf ihre Getränke aufpassen. Offene Getränke sollten niemals von Fremden angenommen werden, bei Getränke-Einladungen muss der Weg von der Schank bis in die eigene Hand stets beobachtbar sein.

Ganz wichtig ist es, dem eigenen Instinkt zu vertrauen – die Party am besten in Begleitung von Freund*innen zu verlassen, wenn man sich nicht wohl fühlt. Bei plötzlichem Schwindel, Übelkeit oder einer unbekannten, enthemmenden Wirkung sollte sich die betroffene Person an eine Vertrauensperson oder an das Barpersonal wenden und um Hilfe ersuchen. Klar ist: Die Betroffenen tragen keinerlei Schuld – sondern die Täter. Im Zweifelsfall sollte man nicht zögern, sich an die Polizei unter 133 oder an die Rettung unter 144 zu wenden, wenn man den Verdacht hat, K.O.-Mittel verabreicht bekommen zu haben, denn die Betroffenen tragen keine Schuld für die Handlungen der Täter. Klar ist: Die Betroffenen tragen keinerlei Schuld – sondern die Täter.

Im Zweifelsfall sollte man nicht zögern, sich an die Polizei unter 133 oder an die Rettung unter 144 zu wenden, wenn man den Verdacht hat, K.O.-Mittel verabreicht bekommen zu haben.

Sicherheitstipps für Frauen und Mädchen!

Was können Außenstehende tun?

Zeug*innen können durch Zivilcourage den Einsatz von K.O.-Mitteln verhindern oder mögliche negative Folgen für betroffene Frauen mildern. Wer verdächtige Personen beobachtet, die anderen etwas ins Trinkglas geben, sollte die betreffende Person umgehend über die Beobachtung informieren, das Getränk am besten ausschütten und auch andere Personen darauf aufmerksam machen, was da gerade passiert ist.

Auch das Barpersonal bzw. die Polizei sollte sofort verständigt werden. Zeug*innen können außerdem helfen, wenn sie die betroffene Person sicher nach Hause oder ins Krankenhaus begleiten.

Wenn eine Person nicht mehr ansprechbar oder bewusstlos ist, sollte unverzüglich die Rettung unter 144 verständigt werden.

Klick hier für den Zivilcourage-Folder!

Was sind K.O.-Tropfen?

Weit mehr als 100 Substanzen fallen unter den Sammelbegriff K.O.-Mittel. Es handelt sich um verschiedene flüssige oder pulverartige Substanzen, die schnell betäubend wirken. Sie werden meistens in ein Getränk geträufelt und sind farb- und geruchlos. Der leicht bittere, salzige oder seifige Beigeschmack ist in Mixgetränken kaum wahrnehmbar.

K.O.-Mittel wirken unterschiedlich schnell und unterschiedlich lange. Sie verändern die Wahrnehmung und können je nach Dosierung die Bewegungs- und Handlungsfähigkeit einschränken. Sie können zu Beginn euphorisierend wirken und in höheren Dosierungen schließlich zu einem tiefen, komaartigen Schlaf bis hin zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen. Klick hier für weiterführende Informationen zu unterschiedlichen Substanzen und ihren Merkmalen.

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