ÖAMTC: Alles Neu?
Wiener Ringstraße der Zukunft
(26.02.2026) Die Wiener Ringstraße steht vor einer möglichen Neugestaltung: Der ÖAMTC hat am 26. Februar 2026 sein neues 360-Grad-Verkehrskonzept „Platz für alle am Ring“ präsentiert. Herzstück des Plans ist ein baulich getrennter Zwei-Richtungs-Radhighway, der für mehr Sicherheit, klare Verkehrsführung und weniger Unfälle sorgen soll. Ziel ist eine moderne, sichere und leistungsfähige Verkehrslösung für die Ringstraße, ohne Fahrverbote oder Spurreduktionen für den Kfz-Verkehr.
🚦 Mehr Sicherheit auf der Wiener Ringstraße
Die rund vier Kilometer lange Ringstraße zählt zu den wichtigsten Verkehrsachsen Wiens. Doch steigende Bevölkerungszahlen und zunehmender Tourismus erhöhen den Nutzungsdruck – und die Unfallzahlen am Ring.
Laut ÖAMTC ist die aktuelle Situation durch ein Nebeneinander von Radfahrenden, Fußgänger:innen, Autos und Öffis geprägt, das immer wieder zu gefährlichen Situationen führt. Besonders kritisch seien Kreuzungsbereiche.
© ZOOMVP-AT--ÖAMTC
So könnte der Opernring in Zukunft aussehen.
📊 Unfallzahlen steigen deutlich
- 2024 wurden am Opernring knapp 1,8 Millionen Radfahrten gezählt
- An Spitzentagen sind es bis zu 10.000 Radfahrten täglich
- 73 Verkehrsunfälle mit Personenschaden unter Beteiligung von Radfahrenden im Jahr 2024
- Das entspricht einem Anstieg von 97 Prozent seit 2018
Der meistbefahrene Radweg Wiens sei laut ÖAMTC überlastet, die Verkehrsführung teilweise unübersichtlich.
🚴♂️ Zwei-Richtungs-Radhighway als Kernstück
Im Zentrum des Konzepts steht ein baulich getrennter Rad-Highway auf der Wiener Ringstraße. Dieser soll:
- durchschnittlich vier Meter breit sein
- durchgehend in zwei Richtungen befahrbar sein
- klar vom Fuß- und Kfz-Verkehr getrennt werden
- rund 17.000 Quadratmeter exklusive Fläche für den Radverkehr schaffen
Durch die neue Platzierung an der Innenseite des Rings sollen Konflikte mit ein- und aussteigenden Öffi-Fahrgästen vermieden werden. Gleichzeitig soll die Ringstraße im Radverkehr endlich ihrer Verteilungsfunktion im Wiener Radwegenetz gerecht werden.
🚶 Flaniermeile & Begrünung für Fußgänger:innen
Die gegenüberliegende Seite der Ringstraße soll laut ÖAMTC zur attraktiven Flaniermeile werden. Neben bestehenden Gehsteigen sind geplant:
- zusätzliche Grünflächen
- mehr Bäume
- Aufenthaltsbereiche
- Verkehrssicherheitsmaßnahmen
Damit würde die Neugestaltung der Wiener Ringstraße nicht nur verkehrstechnisch, sondern auch optisch eine Aufwertung bringen.
🚗 Keine Spurreduktion für Autos
Ein zentraler Punkt des Konzepts: Trotz klarer Trennung von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr soll es keine Fahrverbote oder Spurreduktionen für den Autoverkehr geben.
Der ÖAMTC betont, dass die Ringstraße ausreichend Platz biete, um allen Mobilitätsformen gerecht zu werden – durch eine effizientere Nutzung des bestehenden Straßenraums.
🌍 Teil eines größeren Verkehrskonzepts für Wien
Das Projekt „Platz für alle am Ring“ ist Teil des umfassenden ÖAMTC-Verkehrskonzepts „Gemeinsam mehr bewegen – Ideen mit Plan für die Wiener Verkehrspolitik“, das 2025 adaptiert wurde.
Zu den zentralen Punkten zählen:
- sogenannte „Lebensnetze“ für gebündelten Rad- und Autoverkehr
- Ausbau von Öffi-Verbindungen
- Erweiterung von Park-&-Ride-Anlagen
- Schaffung eines S-Bahn-Rings für Wien
- Maßnahmen zur Aufwertung des öffentlichen Raums
🏙️ Wiener Ringstraße vor der Zukunftsfrage
Mit dem Vorschlag zur Neugestaltung der Ringstraße in Wien bringt der ÖAMTC eine umfassende Debatte über Sicherheit, Mobilität und Stadtentwicklung ins Rollen.
Angesichts steigender Unfallzahlen und wachsender Verkehrsbelastung stellt sich die Frage, wie die historische Prachtstraße künftig genutzt werden soll – als Konfliktzone oder als klar strukturierter Verkehrsraum mit Platz für alle.
Die Diskussion um den Rad-Highway am Ring, mehr Sicherheit für Fußgänger:innen und eine effiziente Verkehrsführung dürfte die Wiener Verkehrspolitik in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen.
(fd/öamtc)