Öl-Blockade bis Kriegsende

Ö: Debatte um Spritpreise

(10.03.2026) Die Blockade der Straße von Hormuz soll bis Kriegsende aufrechterhalten bleiben, so der Iran. Das treibt die Rohölpreise in die Höhe und wirkt sich deutlich auf die Tankstellenpreise in Europa aus. In Österreich liegt Diesel fast bei zwei Euro pro Liter, Super bei rund 1,73 Euro. Über mögliche Gegenmaßnahmen herrscht bislang noch Unsicherheit und Uneinigkeit.

Stopp von Ölexporten

Die iranischen Revolutionsgarden haben angekündigt, den Ölexport aus der Golfregion an Staaten, die als Verbündete der USA oder Israels gelten, vorerst zu unterbinden. Ali Mohammad Naini, Sprecher der Eliteeinheit, erklärte gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag Folgendes: „Die iranischen Streitkräfte werden bis auf weiteres nicht zulassen, dass auch nur ein Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiert wird.“

Der Militärsprecher ist überzeugt, dass die Bemühungen westlicher Staaten, „die Preise für Öl und Gas zu senken und zu kontrollieren, nur vorübergehend und erfolglos“ sein werden. Unter den aktuellen Kriegsbedingungen hänge der internationale Handel maßgeblich von der Sicherheitslage ab.

Blockade der Straße von Hormuz

Der militärische Konflikt war Ende Februar eskaliert, nachdem die USA und Israel Luftangriffe auf Ziele im Iran durchgeführt hatten. Bei diesen Angriffen kamen nach iranischen Angaben auch der oberste religiöse Führer Ayatollah Ali Khamenei sowie mehrere hochrangige Vertreter der politischen und militärischen Führung ums Leben. Daraufhin leiteten die iranischen Streitkräfte Angriffe gegen Israel sowie gegen mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion ein.

Besonders betroffen ist die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Öltransport. Über diese Meerenge wird unter normalen Umständen rund ein Fünftel des globalen Rohöltransports abgewickelt. Seit Beginn der Kampfhandlungen kam es dort wiederholt zu Angriffen auf Öltanker durch iranische Einheiten, was die Passage für Handelsschiffe unmöglich macht.

Heftige Auswirkungen auf die Energiemärkte

Die zunehmende Unsicherheit auf dieser Route nahm in der Zwischenzeit deutliche Auswirkungen auf die Energiemärkte. Der Preis für ein Barrel Rohöl kletterte vorübergehend auf mehr als 100 US-Dollar - ein Niveau, das zuletzt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 erreicht worden war. Erst nach der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump am Montag, den Militäreinsatz gegen den Iran bald zu beenden, beruhigten sich die Ölpreise wieder ein bisschen.

Am selben Abend forderten die Revolutionsgarden andere Staaten auf, die Botschafter Israels und der USA auszuweisen, um ihren Schiffen eine sichere Passage durch die Straße von Hormuz zu ermöglichen. Laut iranischem Staatsfernsehen erklärten sie: „Jedes arabische oder europäische Land, das die israelischen und US-Botschafter aus seinem Gebiet ausweist, wird ab morgen die vollständige Freiheit und Befugnis haben, die Straße von Hormuz zu passieren.“

Hohe Spritpreise in Österreich und ganz Europa

Die anhaltende Blockade der Straße von Hormuz wirkt sich auch maßgeblich auf die Tankstellenpreise in Europa aus. In Österreich lag der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel am Montag bei 1,959 Euro, bei Super bei 1,729 Euro. Besonders teuer war das Tanken in Tirol und Salzburg. Die starken Preisschwankungen haben in der Politik Debatten über Gegenmaßnahmen ausgelöst.

Uneinigkeit in Österreichs Parlament

Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) prüft eine vorübergehende Senkung der Treibstoffsteuern, während Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) einen Preisdeckel nach „kroatischem Vorbild“ favorisiert, der die Gewinnmargen von Raffinerien und Tankstellen begrenzen würde. FPÖ-Chef Herbert Kickl fordert ein „sofortiges Eingreifen“, während der Leiter des Wirtschaftsforschungsinstituts Gabriel Felbermayr warnt: „Ich denke, es müssten die Preise nochmal deutlich stärker steigen, als das schon der Fall ist, dass so etwas gerechtfertigt wäre.“

Billiger Sprit per Gesetz klingt gut, aber riskant?

Zusätzlich machen steigende CO2-Abgaben einen wachsenden Anteil des Spritpreises aus. Laut dem Think Tank Agenda Austria entfallen bei einem Liter Super von 1,70 Euro rund 12,5 Cent auf die Klimasteuer, während sie 2022 noch bei 6,8 Cent lag. Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera kritisiert das Vorhaben und sagt: „Günstiger Sprit wäre politisch einfach: Steuern senken. Doch in der Realität steigen sie“, des Weiteren warnt er vor gesetzlich erzwungenen Preisdeckeln: „Billiger Sprit per Gesetz klingt gut, produziert aber Knappheit statt Lösungen.“

Nach der zwischenzeitlichen Spitze bei fast 120 US-Dollar (159 Liter) pro Barrel zu Beginn der Woche ist der Preis der Rohöl Sorte Brent am Dienstag weiter gesunken. Am Morgen lag die Notierung für Lieferung im Mai bei 93,14 US-Dollar pro Barrel, etwa sechs Prozent unter dem Vortag, aber immer noch rund 30 Prozent über dem Niveau vor Beginn des Kriegs Ende Februar.

(apa/mk)

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