2-Klassen Medizin?

Kasse: 13 Mal länger warten

(22.01.2026) Jahr für Jahr fließt mehr Geld in das österreichische Gesundheitssystem – dennoch verschlechtert sich laut Kritikern die Versorgung weiter. Besonders deutlich zeigt sich das bei den Wartezeiten auf Facharzttermine. Eine aktuelle Studie des Vergleichsportals krankenversichern.at belegt nun erneut, wie groß die Kluft zwischen Kassen- und Wahlärzten ist.

Wie die „Krone“ berichtet, müssen Patientinnen und Patienten ohne private Zusatzversicherung teils bis zu 13-mal länger auf einen Termin warten als jene, die selbst zahlen. Für SPÖ-Gesundheitssprecher Rudolf Silvan ist das ein alarmierendes Signal:

„Wer nicht zahlen will, muss lange warten – das ist ein unhaltbarer Zustand“, zeigt sich Silvan laut Krone empört.

Die Untersuchung von krankenversichern.at basiert auf 1591 anonymen Terminanfragen („Mystery Shopping“) zwischen 25. November 2025 und 16. Jänner 2026. Das Ergebnis: In mehreren stark nachgefragten Fachrichtungen klaffen die Wartezeiten extrem auseinander.

Besonders betroffen sind laut Analyse:

  • Orthopädie:
    • Wahlarzt: median 2 Tage
    • Kassenarzt: mehrere Wochen
  • Radiologie:
    • Wahlarzt: 3 Tage
  • Augenheilkunde:
    • Wahlarzt: 4 Tage

Auch in Bereichen wie Innere Medizin, Psychiatrie und Augenheilkunde zählen Kassenpatienten zu den Hauptleidtragenden. Während Privatpatienten rasch einen Termin erhalten, müssen Versicherte mit E-Card oft wochenlang warten.

Gynäkologie und Urologie: Sieben Wochen Wartezeit im Kassensystem

Selbst in besonders stark frequentierten Disziplinen wie Gynäkologie und Urologie zeigt sich laut Studie ein deutliches Ungleichgewicht.

  • Kassenpatienten:
    • Gynäkologie: 46 Tage
    • Urologie: 48 Tage
  • Wahlärzte:
    • Median stabil bei 13 Tagen

Die „Krone“ fasst zusammen: Wer zahlt, kommt schneller dran – wer nicht zahlt, braucht Geduld.

SPÖ übt scharfe Kritik an Regierung

Für SPÖ-Gesundheitssprecher Silvan ist klar, wo die Verantwortung liegt. Gegenüber der „Krone“ kritisiert er die Gesundheitspolitik der vergangenen Jahre scharf:

„Das System ist schlechter geworden – nicht wegen der Beschäftigten, sondern wegen jener, die es gestalten. Das ist das Versagen von Blau, Schwarz und Grün.“

Silvan stellt sogar ein politisches Ultimatum in den Raum: Sollten die Wartezeiten weiter hoch bleiben, könnten Privatärzte verpflichtet werden, einen bestimmten Anteil an Kassenpatienten zu behandeln.

„Es muss wieder die E-Card zählen – nicht die Kreditkarte“

Kernforderung der SPÖ: Die Zweiklassenmedizin müsse beendet werden.

„Es muss wieder die E-Card und nicht die Kreditkarte zählen“, fordert Silvan laut Krone.

Geplant ist zunächst, Wahlärzte freiwillig stärker ins Kassensystem einzubinden. Sollte das nicht ausreichen, schließt die SPÖ auch verpflichtende Maßnahmen nicht aus.

(fd/krone)

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