3.099 Menschen verstorben

Bei Unfällen in Österreich

(17.08.2023) Höchster Wert an Todesfällen seit 1994. In Österreich sind im Vorjahr 3.099 Menschen bei Unfällen getötet worden. Das ist der höchste Wert seit 1994, als 3.250 Personen tödlich verunglückt sind. Das geht aus einer Auswertung der Unfallbilanz des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KFV) hervor. Demnach starben die meisten Menschen bei "sonstigen Unfällen" mit 1.597, 1.006 Todesopfer gab es durch Stürze und 364 bei Transportmittel-Unfällen. 74 Menschen starben an Vergiftungen, 40 ertranken (inkl. Badewannen-Unfälle).

Statistiken

Laut KFV wurden 2022 außerdem 18 Menschen bei Bränden getötet. Ein hoher Anteil der Unfalltoten entfällt laut Aussendung auf die Altersgruppe 65+ Jahre. Hier verstarben in den vergangenen Jahren besonders viele Menschen an den Folgen eines Sturzunfalles in den eigenen vier Wänden. Auch die Zahl der verletzten Menschen in Österreich, die nach einem Unfall im Spital behandelt werden mussten, stagnierte im Jahr 2022 weiterhin auf hohem Niveau bei rund 735.000 Personen. Die häufigsten Verletzungen ereigneten sich im Haushalt (42 Prozent) und in der Freizeit (33 Prozent), gefolgt von Arbeit/Schule (14 Prozent) und Straßenverkehrsunfällen elf Prozent).

Bessere Unfallprävention gefordert

"Seit fast 30 Jahren gab es in Österreich nicht mehr so viele Menschen, die an den Folgen eines Unfalles gestorben sind. Österreich sollte daher seine Maßnahmen in der Unfallprävention deutlich erhöhen", forderte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Wie die Analyse der Todesursachenstatistik zeigt, sind zudem Unfälle, die nicht kategorisiert (also keiner bestimmten Unfallursache zugeordnet wurden) deutlich gestiegen. Offenbar deshalb, weil die Unfallursachen in den Totenscheinen nicht oder zu vage vermerkt werden. "Österreich sollte auch bei Unfällen von alleinstehenden Personen ohne Fremdverschulden den Ursachen besser auf den Grund gehen, denn für die Präventionsarbeit ist dieses Wissen sehr wichtig. Nur so können wirksame Maßnahmen evaluiert und eingeleitet werden", forderte die Expertin.

Stürze auf Platz 1

Besonders hoch ist die Zahl der verstorbenen Menschen nach einem Sturz: Bei Stürzen sind im Jahr 2022 in Österreich 1.006 Menschen ums Leben gekommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von zwölf Prozent und im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019 (also der Vor-Corona-Ära) ein Plus von 14 Prozent. "Von Sturzunfällen sind ältere Menschen besonders häufig betroffen, wobei bei Männern die Gefahr für tödliche Stürze bereits ab 50 Jahren deutlich zu steigen beginnt, bei Frauen etwas später. Zudem ereignet sich bereits mehr als ein Viertel aller tödlichen Stürze zu Hause. Hauptgründe sind Straucheln, Stolpern und Ausgleiten, gefolgt von Unfällen auf Stufen und Treppen", erklärte Trauner-Karner.

Haushaltsunfälle

Bei Unfällen im Haushalt wurden 306.000 Personen verletzt, fast 220.000 davon aufgrund von Sturzunfällen. "Die Sturzprävention zu Hause wird auch aufgrund der Alterung der Gesellschaft immer dringender für Österreich. Bodenbeläge und Treppen sollten beispielsweise rutschfest sein und regelmäßig auf Beschädigungen und andere Stolperfallen überprüft werden. Beim nächtlichen Gang zur Toilette können Lichtsensoren die Sicherheit spürbar erhöhen. Sehr zu empfehlen ist auch festes Schuhwerk sowie die unmittelbare Entfernung von verschütteten Flüssigkeiten oder herumliegenden Kabeln", empfiehlt Trauner-Karner.

Jährliche Erhebung

Im Zuge der jährlich stattfindenden Erhebung wurden allein im Vorjahr in ausgewählten Spitälern in Österreich insgesamt rund 16.300 Interviews mit Unfallopfern geführt, die stationär oder ambulant nachbehandelt werden mussten. Im Anschluss werden die Ergebnisse hochgerechnet. Durch diese Erhebungsmethode kann beispielsweise auch die hohe Dunkelziffer bei Alleinunfällen erfasst werden, die in offiziellen Unfallstatistiken nicht aufscheint, erläuterte das KFV. Wie die Auswertungen nach Altersgruppen zeigen, sind alle Generationen von Verletzungen nach Unfällen relativ betroffen, wobei sich die Behandlungskosten der Verletzten auf circa 2,58 Milliarden Euro beliefen.

(fd/apa)

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