70. ESC "würg mich?"

Kritik an rumänischem Song

(16.03.2026) Noch bevor der Eurovision Song Contest 2026 begonnen hat, sorgt ein Teilnehmerlied bereits für Diskussionen. Der rumänische Beitrag „Choke Me“ („Würg mich“) von Sängerin Alexandra Capitanescu steht in der Kritik. Einige Experten sehen darin eine problematische Darstellung einer gefährlichen Sexualpraktik.

Kritik an möglicher Verharmlosung

Internationale Medien, darunter die britische Zeitung „The Guardian“, berichten über eine wachsende Debatte rund um den Songtext. Kritiker befürchten, dass der Beitrag Strangulation als Teil von Sexualpraktiken verharmlosen könnte. Eine Rechtsprofessorin sprach laut Bericht von einer „alarmierenden Missachtung der Gesundheit und des Wohlbefindens junger Frauen“.

Im Lied singt die rumänische Künstlerin unter anderem Zeilen wie:

  • Lieb mich, bring meine Lungen zum Explodieren
  • Alles, was ich brauche, ist deine Liebe, ich möchte, dass es mich würgt

Diese Textpassagen haben in sozialen Medien und unter Experten eine breite Diskussion über Grenzen von Kunst und Verantwortung im Pop ausgelöst.

Sängerin verteidigt ihren ESC-Song

Die Sängerin selbst weist die Kritik zurück. Titel und Refrain seien nicht wörtlich gemeint, erklärte Alexandra Capitanescu bereits Anfang März. „Choke me bedeutet in diesem Zusammenhang: Ersticke mich mit deiner Liebe“, sagte sie. Kunst müsse Raum für Interpretation lassen und dürfe nicht vorschnell zensiert werden, solange niemandem Schaden zugefügt werde.

EBU äußert sich nicht zur Debatte

Die Europäische Rundfunkunion (EBU), die den Eurovision Song Contest organisiert, reagierte bislang zurückhaltend auf die Diskussion. Auf Anfrage verwies die Organisation lediglich auf den rumänischen Sender TVR, der für den Beitrag verantwortlich ist.

Unklar ist derzeit auch, ob andere Teilnehmerländer offiziell Beschwerde gegen den Song eingelegt haben. Der 70. Eurovision Song Contest findet heuer am 16. Mai in Wien statt.

ESC sorgte schon früher für Kontroversen

Diskussionen über Songtexte beim ESC sind nicht neu. Erst im vergangenen Jahr hatte die britische Rundfunkanstalt BBC Beschwerde gegen den Beitrag aus Malta eingelegt. Das Lied „Kant“ – im Maltesischen eigentlich das Wort für „Gesang“ – erinnere im Englischen stark an einen vulgären Ausdruck für das weibliche Geschlechtsorgan, argumentierten Kritiker damals. Ob auch der rumänische Beitrag „Choke Me“ noch Änderungen am Song oder Auftritt nach sich ziehen könnte, bleibt derzeit offen.

(fd/apa)

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