98. Oscars: Gewinner stehen fest

One Battle After Another räumt ab

(16.03.2026) Das satirische Revoluzzerdrama "One Battle After Another" von Paul Thomas Anderson ist der große Gewinner der 98. Oscars. Das 13-fach nominierte Werk setzte sich bei der Glamourgala im Dolby Theatre gegen den härtesten Konkurrenten "Blood & Sinners" von Ryan Coogler durch und konnte insgesamt sechs Trophäen für sich reklamieren - darunter in den zentralen Kategorien Bester Film und Beste Regie.

Die Arbeit des 55-jährigen Anderson, der in seiner Karriere zuvor auf über ein Dutzend Nominierungen gekommen war, aber bis zum heutigen Abend keine Auszeichnung einfahren konnte, holte auch die Preise für das adaptierte Drehbuch, den Schnitt und die heuer neu eingeführte Kategorie Casting. Und schließlich hätte sich Sean Penn über die Auszeichnung als bester Nebendarsteller freuen können - wäre der 65-Jährige denn anwesend gewesen. Der Hollywoodveteran holte sich die Ehrung jedoch nicht persönlich ab - obgleich er damit in den illustren Kreis von Jack Nicholson, Walter Brennan und Daniel Day-Lewis aufstieg, die als einzige männliche Darsteller drei Oscars ihr Eigen nennen können.

Vier Trophäen für "Blood & Sinners"

Ryan Cooglers schwarzes Vampir-Selbstermächtigungsdrama "Blood & Sinners", das mit 16 Nennungen als Allzeit-Rekordhalter in den Abend gegangen war, konnte immerhin vier Nennungen in Preise ummünzen. Heraus sticht dabei Michael B. Jordan, der für seine Doppelrolle als Brüderpaar als bester Hauptdarsteller geehrt wurde. Überdies konnte sich Coogler in der Sparte Originaldrehbuch freuen. Auch Soundtrack (Ludwig Goransson) sowie Kamera gingen an den nominalen Topfavoriten, wobei Autumn Durald Arkapaw als erste Frau in dieser Kategorie reüssierte.

Bei den Schauspielerinnen wurde wie erwartet die 36-jährige Irin Jessie Buckley für ihren Part als Shakespeares Ehefrau in "Hamnet" als beste Hauptdarstellerin gewürdigt. Sie widmete ihren Sieg "dem wunderschönen Chaos im Herzen aller Mütter". Die 75-jährige Amy Madigan nahm hingegen mit schrillem Lachen ihre erste Oscar-Ehrung als beste Nebendarstellerin für ihren Part der diabolischen Hexe in "Weapons" entgegen und sinnierte darüber, weshalb sie sich am Vorabend die Beine rasiert habe, wenn sie heute lange Hosen trage.

"KPop Demon Hunters" holt Animationstrophäe

Wie bereits im Vorfeld fix erwartet, holte der Netflix-Hit "KPop Demon Hunters" von Maggie Kang und Chris Appelhans die Trophäe bei den Animationsfilmen und animierte die Präsentatoren zum flammenden Appell gegen die drohende Übermacht von KI in der Kunstform. Das Werk über eine KPop-Mädchenband war der meistgesehene Film auf Netflix im vergangenen Jahr und konnte mit "Golden" auch die Oscar-Sektion Bester Song für sich entscheiden.

Bei den Dokumentarfilmen setzte sich "Mr. Nobody Agains Putin" durch, in dem ein russischer Lehrer porträtiert wird, der gegen das Putin-Regime protestiert. Co-Regisseur David Borenstein ermahnte die Anwesenden in einer der immer wieder eingestreuten politischen Anspielungen des Abends: "Wenn wir uns mitschuldig machen, wenn eine Regierung Menschen auf den Straßen unserer großen Städte ermordet, wenn wir nichts sagen, wenn Oligarchen die Medien übernehmen und kontrollieren [...] stehen wir alle vor einer moralischen Entscheidung."

Und schließlich reklamierte wie erwartet Joachim Triers Familiendrama "Sentimental Value" für Norwegen den Auslandsoscar. Österreichs Einreichung "Pfau - Bin ich echt?" hatte es indes nicht auf die Liste der Endnominierten geschafft.

Auf drei Ehrungen für Kostüm, Production Design und Make-up/Haare kann Guillermo del Toros Literaturadaption "Frankenstein" blicken, verbrachte doch allein Monster-Darsteller Jacob Elordi 400 Stunden in der Maske für seinen Part. Unter anderen jubelte Burgtheaterschauspieler Felix Kammerer, der im Werk zu sehen ist, über die Ehrungen im Dolby Theatre.

Zu einem Kuriosum kam es in der Kategorie Bester Kurzfilm, in der ob eines Gleichstands gleich zwei Werke zum Gewinner gekürt wurden: "The Singers" und "Two People Exchanging Saliva".

Streisand würdigt Redford

Zum zweiten Mal in Folge wurde die Glamourgala vom Comedian Conan O'Brien moderiert. "Als ich letztes Jahr moderierte, stand Los Angeles in Flammen", sinnierte der 62-Jährige zum Auftakt ironisch: "Aber dieses Jahr läuft alles super." Zugleich verzichtete O'Brien nicht auf ernstere Töne: "Lasst uns feiern, nicht weil wir denken, dass alles gut ist, sondern weil wir arbeiten und auf Besseres hoffen." Damit war der Ton gesetzt, wobei immer wieder Anspielungen auf die USA unter Donald Trump oder die Kriege in der Welt folgten. "Free Palestine" deklamierte etwa Javier Bardem als Präsentator. Zu gröberen Störaktionen kam es im Verlauf des Abends indes nicht.

Die Freude trübte wie gewohnt auch die Verabschiedung Hollywoods von den verstorbenen Größen des vergangenen Jahres. Den emotionalen Höhepunkt stellte hier der zuvor bereits in der Gerüchteküche ventilierte Auftritt der 83-jährigen Barbra Streisand dar, die an ihren verstorbenen Freund und Filmpartner Robert Redford erinnerte: "Bob hatte Rückgrat - auf und hinter der Leinwand."

(APA/CD)

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