99ers erstmals Champion

Graz am Eishockey-Thron

(23.04.2026) Die Graz99ers sind im Eiltempo zum Titel in der ICE-Eishockeyliga gerauscht. Nach Villach und Fehervar fertigten die Steirer auch Pustertal in der Finalserie 4:0 ab und holten den Meistertitel 48 Jahre nach dem ATSE Graz wieder in die steirische Landeshauptstadt. Zwei Jahre, nachdem für Eishockey-Graz eine neue Zeitrechnung begonnen hatte, folgte die vorläufige Krönung. Die 99ers schrieben ihr Eishockey-Märchen fertig, das auch von einem Favoritensieg handelt.

Seit der ambitionierte Herbert Jerich 2024 das Präsidentenamt übernahm, wird an der Mur groß gedacht. Der Transport-Unternehmer erhöhte massiv das Budget und ließ beim abgeschlagenen Schlusslicht der Saison 2023/24 einen Komplettumbau der Mannschaft und des Betreuerstabs folgen. Ein starker österreichischer Stamm um Play-off-Topscorer Lukas Haudum, Paul Huber und Manuel Ganahl, hochklassige Legionäre und Trainerroutinier Dan Lacroix machten in der entscheidenden Phase fast alles richtig. Nun riecht es in der Kabine tatsächlich nach Erfolg, wie es Jerich einst noch ein wenig verfrüht feststellte.

Homogene Truppe

"Die 99ers haben von einem Doppeleffekt profitiert. Sie sind für mich die mit Abstand beste Mannschaft. Und sie nutzten die Gunst der Stunde, dass einige dominante Mannschaften der letzten Jahre heuer komplett weggebrochen sind", sagte Peter Znenahlik, Ex-Eishockey-Crack und TV-Experte, zur APA. Bei den 99ers stimme einfach die Chemie im Team. "Ich habe Teams erlebt, in denen die Ausländer zu dominant und die Österreicher duckmäuserisch sind. Oder umgekehrt. Hier ist das anders, sie sind auf Augenhöhe."

Mit finanzieller Power und sportlichem Fachwissen wurde eine Meistermannschaft gezimmert. "Geld gewinnt nach wie vor keine Meisterschaften", betonte Jerich im APA-Gespräch. "Wenn zwei, drei Einzelkönner nicht ins Team passen, passt die Harmonie am Eis und in der Kabine nicht. Das hat Sportdirektor Philipp Pinter extrem gut gelöst. Er ist der Schmied dieses Erfolges." Erfolg, der für Sponsoren und Investoren wie Jerich aktuell einen Return of Investment darstellt. "Momentan kommt einiges zurück, aber deswegen habe ich es nicht gemacht. Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich den Erfolg nach Graz bringen kann. Ich habe ein ganz gutes Bauchgefühl für Entscheidungen und kann die Leute gut motivieren", sagte Jerich.

Offene Zukunft des Meistertrainers

Der Mann greift auch durch, wenn er die Notwendigkeit oder eine Chance sieht. Früh in der Saison musste Harry Lange dem erfahrenen Dan Lacroix (57) auf der Trainerbank weichen. Der NHL-erfahrene Lacroix ist eine Schlüsselfigur, seine Zukunft ist noch offen. "Der Trainer hat sich noch nicht entschieden, ob er bleibt - er hat gefühlt 100 Angebote", erzählte Jerich, der um die Bedeutung des Meistermachers weiß. "Er hat das Team zwei Klassen besser gemacht. Mit einem anderen Trainer kann es gleich schnell bergab gehen wie es mit Danny Lacroix nach oben gegangen ist. Da kauft man immer ein wenig die Katze im Sack. Wenn er bleibt, ist unser Vorsprung sicher da."

Denn viele Leistungsträger haben noch laufende Verträge. "Schlechter sind wir nächste Saison sicher nicht. Ob wir viel besser werden, hängt davon ab, wie gut Philipp Pinter gescoutet hat", sagte Jerich. Die ICE-Liga sei enger geworden, ausländische Teams wie Pustertal, Ljubljana, Fehervar und Bozen konnten die österreichische Dominanz brechen. "Wir haben bei Pustertal mit Erich Falkensteiner einen super Präsidenten, in Laibach haben wir einen Milliardär als Vizepräsidenten (Alexandre Lefebvre, An.). Die werden nicht den Kopf in den Sand stecken, die werden nachrüsten. Für mich fällt der Druck, Meister zu werden, weg. Wir freuen uns darauf, vom Jäger zum Gejagten zu werden", sagte Jerich.

Flamme der Begeisterung

Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 waren die Steirer nur zweimal (2004, 2019) im Halbfinale gestanden, in der vorangegangenen Bundesliga wurden Grazer Clubs (ATSE bzw. EC) sechsmal Vizemeister, zuletzt in der Zeit von Hannes Kartnig als EC-Präsident von 1991/92 bis 1993/94 dreimal hintereinander.

Vor Jerich lenkte 25 Jahre lang die Geschicke Jochen Pildner-Steinburg, ohne den es einen Erstliga-Verein in Graz möglicherweise gar nicht mehr geben würde. "Ohne Herrn Steinburg wären die 99ers nicht da, wo sie heute sind. Er hatte seine Visionen, das Budget war aber nie so da wie jetzt", sagte Jerich. "Nach 25 Jahren darf man ihm nicht übelnehmen, dass die Begeisterung kleiner wurde. Da kam ich mit meinem Ehrgeiz gerade recht, um die Flamme wieder richtig zum Brennen zu bringen."

(apa/mc)

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