Affenpocken in Österreich

Bisher 217 Fälle, 19 seit Vorwoche

(19.08.2022) In Österreich hat es bisher 217 gemeldete Affenpocken-Fälle gegeben. Davon sind mittlerweile 63 Erkrankte wieder genesen. Das geht aus dem Update der Fallzahlen auf der Internetseite der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) vom Freitag hervor. Seit vergangenen Freitag kamen damit 19 Fälle hinzu. In 36 Ländern Europas wurden laut Daten der EU-Seuchenbehörde ECDC und der Weltgesundheitsorganisation WHO bis 16. August insgesamt 18.960 Fälle gemeldet.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA veröffentlichte am Freitag eine Empfehlung für einen effizienteren Einsatz des Affenpocken-Impfstoffs Imvanex. Demnach reicht ein Fünftel der herkömmlichen Dosis, wenn das Präparat nicht subkutan - also unter die Haut - gespritzt wird, sondern in die Haut. Dies könne helfen, den derzeit sehr begrenzten Vorrat des Präparats besser zu nutzen.

Als Beleg verweist die Behörde auf eine Studie aus dem Jahr 2015 an etwa 500 Teilnehmern, denen das Präparat entweder unter oder aber in die Haut injiziert wurde. "Personen, die den Impfstoff intradermal erhielten, bekamen ein Fünftel (0,1 ml) der subkutanen Dosis (0,5 ml), wiesen aber ähnliche Antikörperwerte auf wie jene, die die höhere subkutane Dosis erhielten", teilte die EMA mit.

Bei einer intradermalen Verabreichung bestehe allerdings ein höheres Risiko für lokale Reaktionen wie Rötungen, Verdickungen oder Verfärbungen der Haut. Nur medizinisches Fachpersonal, das Erfahrung mit dieser Art der Injektion habe, sollte den Impfstoff auf diese Weise verabreichen.

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides bezeichnete die Empfehlung als äußerst wichtig. "Dadurch wird ein besserer Zugang zur Impfung für gefährdete Bürger und Beschäftigte im Gesundheitswesen gewährleistet."

Die EU-Kommission hatte Imvanex Ende Juli gegen Affenpocken zugelassen und war damit einer EMA-Empfehlung gefolgt. Eine Impfung gegen Affenpocken wird in Österreich vom Nationalen Impfgremium (NIG) nur für bestimmte Risikogruppen empfohlen, wie Labormitarbeiterinnen und -mitarbeiter sowie Menschen, die direkt mit dem Virus in Kontakt gekommen sind.

(apa/makl)

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