Anschlag auf Pride geplant?

Prozess in St. Pölten

(14.07.2026) Nachdem 2023 mutmaßliche Terrorpläne gegen die Vienna Pride bekannt wurden, wird der Fall nun vor Gericht verhandelt. Am Landesgericht St. Pölten wird am Dienstag der Prozess gegen zwei Brüder im Alter von 20 und 23 Jahren fortgesetzt. Ihnen wird vorgeworfen, Mitglieder einer terroristischen Vereinigung sowie einer kriminellen Organisation gewesen zu sein. Im Laufe des Tages könnten bereits Urteile fallen. Die Verhandlung findet weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Schwere Vorwürfe

Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden über eine Telegram-Gruppe mit Bezug zur Terrormiliz IS mit anderen radikalisierten Personen Kontakt gehabt haben. Dort soll Propaganda verbreitet und über mögliche Anschläge gesprochen worden sein. Einer der Brüder soll außerdem geplant haben, für den Terroranschlag ein Sturmgewehr und ein Messer zu besorgen. Beide Brüder bestreiten die Vorwürfe und geben an, nicht an der Telegram-Gruppe „psychology1444“ beteiligt gewesen zu sein.

Kein unmittelbarer Anschlag

Die Staatsanwaltschaft betont allerdings, dass ein Anschlag auf die Vienna Pride 2023 nicht unmittelbar bevorgestanden habe und dieser auch nicht Teil der Anklage sei. Bekannt wurden die mutmaßlichen Pläne erst einen Tag nach der Regenbogenparade. Der österreichische Staatsschutz war durch einen ausländischen Geheimdienst auf die Chats aufmerksam geworden. Daraufhin führten sie Hausdurchsuchungen durch.

Urteil noch offen

Ein dritter Angeklagter wurde bereits im Mitte 2025 rechtskräftig zu 6 Monaten bedingter Haft verurteilt. Ob es am Dienstag weiter Verurteilungen geben wird, entscheidet das Gericht im weiteren Verlauf des Prozesses.

(ng/apa)

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