Asylanträge gehen zurück
Niedrigster Wert seit 2020
(23.01.2026) 2025 hat Österreich einen deutlichen Rückgang bei den Asylanträgen beschert. Gesamt wurden 16.284 Ansuchen gestellt. Das ist ein Minus von 36 Prozent gegenüber dem Jahr davor und die niedrigste Zahl seit 2020. Hochgerechnet auf die Bevölkerungszahl liegt Österreich damit in der EU an zwölfter Stelle. In der Antragsstatistik an der Spitze stehen heuer Afghanen vor Syrern. Gewährt wurde Asyl bzw. subsidiärer Schutz in 11.384 Fällen. Dazu kamen 1.315 humanitäre Aufenthaltstitel.
Vermeldet wird zudem ein Rekord an Ausreisen mit 14.156. Es handle sich um die höchste Zahl an Abschiebungen und Rückführungen, die es je in einem Jahr gegeben hat, betonte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Freitag, dass man diesen Weg "konsequent weitergehen" müsse. 4.000 dieser ausgereisten Personen haben in der Vergangenheit einen Asylantrag gestellt. Zwangsweise erfolgte die Ausreise in 48 Prozent aller Fälle. Fast die Hälfte der zwangsweise Abgeschobenen (48 Prozent) war straffällig. Bei den im Vorjahr abgeschobenen Personen liegen Slowaken vor Türken an der Spitze. Schubhaft wurde in über 3.100 Fällen verhängt. In knapp 2.500 Fällen wurde Asyl bzw. subsidiärer Schutz aberkannt. Mit Abstand am häufigsten betroffen waren Russen.
Karner forciert Abschiebungen nach Syrien und Afghanistan
Als erstes Land habe Österreich im Vorjahr direkt nach Syrien abgeschoben, wenig später auch nach Afghanistan, sah Karner das Land in einer Vorreiterrolle. 926 Syrer verließen Österreich, der größte Teil von ihnen (805) freiwillig. Auch 201 Afghanen reisten aus, der größte Teil von ihnen (169) allerdings zwangsweise. Bisher sei in Einzelfällen in diese Herkunftsländer abgeschoben worden, das soll künftig der Regelfall werden, so Karners Ziel.
Die Abschiebungen seien das Ergebnis "sehr mühsamer Arbeit", betonte der Direktor des Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA), Gernot Maier. Im Vorjahr sei eine Abteilung im BFA gegründet worden, die sich mit Rückführungen befasst. So habe man es etwa geschafft, dass eine Person einen Tag nach der Entlassung aus der Strafhaft Richtung Syrien außer Landes gebracht wurde. "Große Herausforderung" für 2026 sei die Umsetzung des EU-Migrationspakts, der am 12. Juni in Kraft tritt.
Asylverfahren außerhalb der EU als Ziel
Karner will in Zukunft auf "Rückkehrzentren" und Asylverfahren außerhalb der EU setzen. Dafür einsetzen will sich eine Arbeitsgruppe, der neben Österreich auch Deutschland, Dänemark, die Niederlande und Griechenland angehören.
Der Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit, Franz Ruf, betonte die Anstrengungen beim Schutz sowohl von Österreichs Grenzen als auch der EU-Außengrenzen und die operative Unterstützung entlang der Migrationsrouten. "Schlepper meiden zunehmend Österreich", stellte er fest. Seien 2023 noch rund 800 Schlepper festgenommen worden, waren es 2025 nur noch 115.
Zu einer "deutlichen Entlastung für das System" habe außerdem der Stopp des Familiennachzugs Mitte des vergangenen Jahres geführt, so Karner. Zwischen Oktober und Dezember 2025 seien 25 Personen über die Familienzusammenführung nach Österreich gekommen, im Vergleich zu 3.400 Personen im gleichen Zeitraum 2023.
FPÖ weiter unzufrieden
Weniger Begeisterung für die Asylbilanz bringt die FPÖ auf. Sicherheitssprecher Gernot Darmann forderte einen "Asylstopp" und eine "Remigrationspolitik". Karners Bilanz sei verheerend - schließlich hätten im Jahr 2022 "über 112.000 illegale Einwanderer unser Land überrannt."
(APA/JuF)