Betriebe spüren Fachkräftemangel
WKÖ-Umfrage
(01.08.2026) Trotz schwacher Konjunkturentwicklung ist der Fachkräftemangel laut einer aktuellen Umfrage für über drei Viertel der Unternehmen ein Thema. Zu diesem Ergebnis kommt das "Fachkräfte-Radar" der Wirtschaftskammer (WKÖ), das vom Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) erhoben wurde. Laut Schätzung fehlen österreichweit rund 155.000 Fachkräfte.
An der Erhebung für das "Fachkräfte-Radar" nahmen über 2.100 Unternehmen teil. 56 Prozent der Befragten gaben an, den Fachkräftemangel "stark oder sehr stark" zu spüren. Am stärksten betroffen von fehlenden Fachkräften sind Betriebe im Bereich Transport und Verkehr (66 Prozent), Tourismus und Freizeitwirtschaft (63 Prozent), Gewerbe und Handwerk (62 Prozent) sowie Industrie (58 Prozent).
Weniger Erlöse wegen fehlenden Fachkräften
56 Prozent der befragten Betriebe verzeichneten aufgrund des Fachkräftemangels Umsatzeinbußen. Bei 48 Prozent der Unternehmen wurden durch fehlendes Personal die Möglichkeiten für Innovationen und Weiterentwicklung eingeschränkt. Besonders schwer zu besetzen sind unter anderem Stellen in den Bereichen Elektronik/Elektrotechnik, technische Berufe, Handel/Verkauf und Speisezubereitung.
Auch bei Lehrlingen gibt es teils einen Mangel. Die Hälfte der befragten Lehrbetriebe würde mehr Lehrlinge ausbilden, wenn sie dafür ausreichend geeignete Interessenten finden könnten.
WKÖ: Angebot/Nachfrage am Arbeitsmarkt "passen nicht immer zusammen"
Angesichts der Fachkräfteknappheit drängt die Wirtschaftskammer (WKÖ) darauf, das vorhandene Arbeitskräfteangebot besser auszuschöpfen. "Deshalb müssen wir Aus- und Weiterbildung stärken, die Kinderbetreuung weiter ausbauen, um Eltern Vollzeitarbeit zu ermöglichen, und Rahmenbedingungen schaffen, die ein längeres Arbeiten attraktiv machen", erklärte WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger in einer Aussendung. Zusätzlich brauche man qualifizierte Zuwanderung von außerhalb der EU über die Rot-Weiß-Rot-Karte.
Aus Sicht der WKÖ passen am österreichischen Arbeitsmarkt Angebot und Nachfrage "nicht immer zusammen". "Wir müssen daher einen Fokus auf Aus- und Weiterbildung legen, insbesondere auf die Lehre", so der WKÖ-Generalsekretär. Außerdem sei es "wichtig, das Potenzial der Frauen sowie der älteren Arbeitnehmer besser zu nützen".
Auch das Arbeitsmarktministerium und das Arbeitsmarktservice (AMS) haben die Fachkräfteknappheit im Blick. Beim Fachkräftebarometer des Ministeriums und des AMS waren im ersten Quartal 2026 die Top-5-Engpassberufe Elektroinstallateur/in, Kraftfahrzeugmechaniker/in, sonstige Techniker für Maschinenbau, Rohrinstallateur/in und Ärztin/Arzt.
Demografischer Wandel wird Fachkräftemangel verschärfen
Auch in den kommenden Jahren erwarten die Betriebe keine Entspannung bei dem Thema, geht aus dem WKÖ-"Fachkräfte-Radar" hervor. 61 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass sich der Fachkräftemangel weiter verschärfen wird. Viele Betriebe rechnen mit einer steigenden Zahl an Pensionierungen, wodurch zusätzliche Fachkräfte fehlen werden.
(mt/apa)