Böllerverbot in Österreich?

Forderung Vier Pfoten

(29.12.2021) Vor Silvester fordert die Tierschutzorganisation Vier Pfoten ein österreichweites permanentes Böllerverbot. "Es ist jedes Jahr ein schrecklicher Stress für ganz viele Haustiere, aber natürlich auch für Vögel und andere Wildtiere", begründete Veronika Weissenböck den Appell. Einige Supermarktketten verkündeten indes, keine Feuerwerkskörper verkaufen zu wollen.

In der Stadt Salzburg wurde zuletzt bekanntgegeben, dass private Silvester-Feuerwerke heuer nicht erlaubt sein werden. Begründet wurde das mit dem "miesen ökologischen Fußabdruck" der meist chinesischen Geschoße, der Schadstoffbelastung in der Luft, dem Lärm und Müll. Vor der "wohl unvermeidlichen fünften Corona-Welle" sollten Menschenansammlungen außerdem nicht zusätzlich gefördert werden, meinte Weissenböck.

Aus ähnlichen Gründen will auch die Supermarktkette Spar in allen Spar-Filialen, Interspar-Hypermärkten, Maximärkten sowie bei den meisten selbstständigen Spar-Einzelhändlern ab heuer keine Feuerwerkskörper mehr verkaufen. "Raketen und Böller lassen Tiere leiden, belasten durch Feinstaub unsere gute Luft, verunreinigen unsere Böden und verletzen zahlreiche Menschen", sagte Vorstand Markus Kaser. Und auch die Händler Lidl und Penny ziehen mit und bieten keine Feuerwerkskörper feil. Der Diskonter Hofer kündigte schon im April an, den Verkauf von Pyrotechnik nach Ende der vertraglichen Abnahmeverpflichtungen ab 2022 komplett einzustellen.

Im Ortsgebiet gilt in Österreich grundsätzlich ein Verbot von Raketen und Böllern, Bürgermeister können dieses aber mit einer Ausnahmeregelung aufheben. Im Vorjahr fiel Silvester in einen Lockdown inklusive Ausgangsbeschränkungen.

Vier Pfoten appellierte, das Verbot sofort zu erlassen, um unnötige Böller-Käufe zu vermeiden. "Wir brauchen keinen Fleckerlteppich von unterschiedlichen Bestimmungen. Wir fordern stattdessen von der Regierung ein klares Bekenntnis zu Tier- und Umweltschutz", sagte Weissenböck.

(mt/apa)

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