Brutales Aufnahmeritual

Prozess nach Todesfall

(24.09.2021) Nach dem Tod eines 20-Jährigen bei dem brutalen Aufnahmeritual einer Studentenverbindung hat in Belgien der Prozess gegen 18 Angeklagte begonnen. Das Opfer hatte im Dezember 2018 eine grausame Tortur über sich ergehen lassen müssen. So musste er etwa Unmengen an Alkohol und Fischöl trinken. Nach Informationen der belgischen Zeitung "De Standaard" musste er zudem bei Außentemperaturen von sechs Grad mit seinen beiden Mitstreitern halbnackt in einer mit Wasser befüllten Grube verharren. Die Verbindungsmitglieder sollen außerdem auf ihn uriniert haben. Am Abend des zweiten Tages wurde der Mann bewusstlos und unterkühlt ins Krankenhaus gebracht - dort starb er an den Folgen der Strapazen.

Die 18 Männer aus dem Umfeld der Studentenverbindung "Reuzegom" aus der Universitätsstadt Löwen östlich von Brüssel müssen sich vor dem Landgericht Hasselt unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, unterlassener Hilfeleistung und der Verabreichung schädlicher und tödlicher Substanzen verantworten. Belgischen Medien zufolge drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen von bis zu 15 Jahren. Das Landgericht in Hasselt verständigte sich am Freitag darauf, im Oktober die ersten Zeugen, Experten und Gerichtsmediziner zu hören, wie eine Sprecherin des Gerichts mitteilte.

Neben der Diskussion um die Brutalität dieses Rituals hat der Fall in Belgien auch eine Debatte über Rassismus ausgelöst, weil das Opfer schwarz war und in einer elitären weißen Verbindung mitmachen wollte. Die Verbindung hat sich mittlerweile aufgelöst.

(APA/CD)

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