Mohammed-Cover und Kritik an Islamisten

Eine Woche nach dem blutigen Terror in der Charlie Hebdo-Redaktion in Paris erscheint heute die neue Ausgabe der Zeitschrift – wieder mit einer Mohammed-Karikatur am Titelblatt. Der Titel der Ausgabe lautet: „Alles ist vergeben“, zu sehen ist ein weinender Mohammed. Die Satire wendet sich auch klar gegen Islamisten: Der Schlusscartoon zeigt die Attentäter, die im Paradies vergeblich nach 70 Jungfrauen fragen.

Das Cover-Bild stammt von Zeichner Luz, er sagt:
"Ja, es tut mir leid, dass wir wieder Mohammed gezeichnet haben. Aber eigentlich haben wir nur einen weinenden Mann gezeichnet. Einen guten, netten, freundlichen Mann. Ich sehe hier nicht den Religionsgründer, sondern nur einen weinenden Mann."

In Frankreich schon ausverkauft

Die Charlie Hebdo Hefte sind in Frankreich bereits komplett ausverkauft. Millionen Menschen wollten sich die erste Ausgabe seit dem Attentat sichern. Es werden jetzt noch einmal zwei Millionen Hefte nachgedruckt.

Der Chefredakteur Gerard Biard bedankt sich für die Anteilnahme und die Unterstützung:
"Ich möchte allen danken. Allen, die in den letzten Tagen Charlie waren und uns unterstützt haben. Ich hoffe, dass das auch noch lange Zeit so bleibt. Es ist wichtig, denn es wurde eine Institution attackiert, die Institution der Presse- und Meinungsfreiheit."

Kritik wegen Mohammed-Karikatur

In der Ausgabe machen sich die Zeichner unter anderem über die Terroristen lustig, die bei dem Angriff zwölf ihrer Kollegen erschossen hatten. In Karikaturen werden sie als unbelichtete Idioten dargestellt. Dass auf dem Cover erneut eine Mohammed-Karikatur zu sehen ist, sei durchaus eine Provokation. Nach den Glaubensvorstellungen von Muslimen sollen weder Gott noch Mohammed bildlich dargestellt werden. Ägyptische Islamgelehrte kritisieren: Das könnte eine neue Welle des Hasses auslösen. Auch die iranische Regierung verurteilt das Titelbild: Es sei eine provokative Geste und für Muslime verletzend.

Das ist in der neuen Ausgabe sonst noch zu sehen:

  • Drei Islamisten sitzen grantig zusammen. "Die Leute von 'Charlie Hebdo' dürfen wir nicht anrühren", sagt einer. "Sonst werden sie den Leuten als Märtyrer erscheinen und uns im Paradies die Jungfrauen wegschnappen."
  • Die Satiriker erstellen eine Bilanz der ersten Tage nach dem Attentat. Auf der Plus-Seite steht unter anderem, die Spendenankündigungen des französischen Staats und von Google für das Heft. Auf der Minus-Seite ist die Hand eines Manns zu sehen, der am Boden liegt, neben ihm eine Blutlache.
  • Einer der Mörder arbeitete bei der Müll-Sortierung von Paris, steht über einer Zeichnung. Ein junger Mann, der den Kouachi-Brüdern ähnelt, steht vor zwei Tonnen, auf einer steht "gut" auf der anderen "böse". Er kratzt sich ratlos den Kopf. "Das ist zu kompliziert."
  • "Zeichner bei 'Charlie Hebdo' - das sind 25 Jahre Arbeit", titelt ein Cartoon. Im Bild darunter steht: "Terrorist - 25 Sekunden Arbeit. Terrorist, ein Beruf für faule Wichser".

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