Corona-Krise = Sucht-Krise

Drogen: Viel mehr Patienten

(18.06.2020) Mehr Alkoholiker, mehr Kiffer – die Coronakrise stürzt Österreich ins ganz große Suchtproblem. Allein die Beratungsstellen und Suchtkliniken in Vorarlberg verzeichnen momentan einen Patientenzuwachs von 10 bis 12 Prozent. Der Lockdown hat ja im ganzen Land für Job- und Existenzängste gesorgt. Um runterzukommen haben viele zu legalen und illegalen Drogen gegriffen. Besonders starke Suchtzuwächse gibt es bei Menschen mit Marihuana- und Alkoholproblem.

Philipp Kloimstein vom Vorarlberger Suchtkompetenzzentrum Maria Ebene:
„Alkohol ist weit verbreitet, leicht verfügbar und gesellschaftlich oft akzeptiert. Man hat große Sorgen, dann trinkt man was, um am Abend zur Ruhe zu kommen und einschlafen zu können. Und am nächsten Morgen sind die Sorgen leider wieder da, es entsteht der berüchtigte Teufelskreis.“

Die Sucht-Auswirkungen der Corona-Krise werden das Land noch Jahre begleiten, so Kloimstein:
„Das haben wir bereits bei der Wirtschaftskrise 2008 gesehen. Zwei bis drei Jahre nach dieser Akutphase ist es dann zur einer starken Zunahme an psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen gekommen. Auch die Suizidrate ist leider angestiegen.“

(mc)

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