Dürre: Notschlachtungen
Extreme Futterknappheit
(06.08.2026) Die trockenheitsbedingte Futterknappheit veranlasst viele Bauern, einen Teil ihrer Rinder frühzeitig zu verkaufen. "In den vergangenen Wochen kamen rund dreimal so viele Schlachtkühe zur Vermarktung wie üblich", hieß es von der ARGE Rind, der Dachorganisation von acht Rindererzeugergemeinschaften. Dadurch würden "die Kapazitäten der Schlacht- und Zerlegebetriebe an ihre Grenzen" stoßen. Angesichts der Ernte- und Futtermittelausfälle werden Rufe nach einem Hilfspaket lauter.
Die klimawandelbedingte Rekord-Trockenheit führt heuer zu massiven Ausfällen beim Grünschnitt sowie Körnermais und verursacht eine Futtermittelknappheit. Laut GeoSphere Austria gab es österreichweit durchschnittlich von Jänner bis Juli ein Drittel weniger Niederschlag als in den Jahren 1991 bis 2020. Besonders hoch ist das Niederschlagsdefizit in Oberösterreich und Ostösterreich. Die ARGE Rind appelliert an die Schlachthöfe und Viehhändler, die Lebendimporte von Schlachtrindern aufgrund "der dramatischen Futterknappheit vorübergehend auszusetzen". Laut dem Dachverband werden in normalen Wochen bis zu 1.000 Kühe lebend zur Schlachtung nach Österreich importiert. Viele Betriebe würden sich aufgrund des Futtermangels gezwungen sehen, vor allem Schlachtkühe vorzeitig zu verkaufen, um die Versorgung des verbleibenden Tierbestandes sicherzustellen, so die Branchenvertreter.
(FJ/APA)