Demo gegen digitale Gewalt
Auslöser: Vorwürfe gegen Ulmen
(23.03.2026) Am Sonntagnachmittag versammelten sich Tausende Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin, um an der Demonstration "Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern" teilzunehmen. Laut Veranstalter sollen sich rund 13.000 Menschen auf dem Pariser Platz versammelt haben, die Polizei sprach von 6.700 Demonstranten. Zu lesen waren Plakate mit der Aufschrift "Der Scham muss die Seiten wechseln" oder "Menschenrechte auch im Internet". Von ihren eigenen Erfahrungen mit digitaler sexueller Gewalt erzählte die deutsche Klimaschutzaktivistin Theresia Crone: Online existiere ein Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht, auf dem sexuelle Fotos und Gewalt veröffentlicht wurden. Bis ein Täter bestraft worden sei, habe es sehr lange gedauert. "Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen", erklärt die Mitte 20-Jährige.
Auslöser: Collien Fernandes Vorwürfe gegen Christian Ulmen
Grund für die Demonstration war die aktuelle Debatte rund um die Vorwürfe, die Schauspielerin Collien Fernandes gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hat. Wie der "Spiegel" zuerst berichtete, wirft Fernandes Ulmen unter anderem vor, mit künstlicher Intelligenz pornografische Aufnahmen von ihr erstellt und verbreitet zu haben. Über Jahre hinweg soll sich Ulmen im Internet als Fernandes ausgegeben haben und Online-Affären initiiert haben. Der Anwalt des Schauspielers meint, es würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet" werden. Fernandes warb auf Instagram für die Demonstration in Berlin: "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft."
Neues Gesetz zu Cyberstrafrecht soll kommen
In Deutschland soll jetzt das Cyberstrafrecht reformiert werden. Union und SPD haben sich im Koalitionsvertrag darauf geeinigt, Strafbarkeitslücken, etwa bei "bildbasierter sexueller Gewalt", zu schließen. Auch Deep Fakes sollen in den Neuerungen aufgegriffen werden. Ein Gesetzesentwurf soll noch im Frühjahr vorliegen, so die deutsche Justizministerin Hubig.
(APA/AD)