Der Österreich Tarif
Strompreise sollen sinken
(16.02.2026) Nach Jahren stark gestiegener Energiepreise kommt nun Bewegung in den heimischen Strommarkt. Der Verbund führt ab März 2026 wie angekündigt seinen neuen „Österreich-Tarif“ ein und senkt damit den Arbeitspreis deutlich unter die Marke von zehn Cent pro Kilowattstunde. Auch andere große Versorger – darunter die EVN – haben konkrete Preissenkungen angekündigt. Für viele Haushalte bedeutet das erstmals seit Langem eine spürbare Entlastung.
Konkret reduziert der Verbund beim Tarif „V-Strom Österreich“ den Energiepreis um 3,6 Cent brutto pro Kilowattstunde. Statt bisher 15 Cent brutto (12,5 Cent netto) zahlen Kundinnen und Kunden künftig 11,40 Cent brutto beziehungsweise 9,5 Cent netto je Kilowattstunde. Der monatliche Grundpreis liegt bei 4,79 Euro brutto. Der Tarif gilt für private Haushalte, Gewerbe und Landwirte mit einem Jahresverbrauch von bis zu 100.000 Kilowattstunden. Die Preisgarantie beträgt zwölf Monate, ebenso ist das Angebot auf ein Jahr befristet. Bestehende Kundinnen und Kunden müssen dem Umstieg aktiv zustimmen.
Verbund-Chef Michael Strugl hatte die Preissenkung bereits im Jänner angekündigt und sie mit gesunkenen Beschaffungskosten sowie dem politischen Wunsch nach mehr Wettbewerb begründet. Die nun fixierten Details bestätigen: Der staatlich dominierte Energiekonzern will mit dem neuen Tarif gezielt Marktanteile sichern – und Neukunden ansprechen.
Auch EVN wird günstiger
Auch die EVN reagiert auf die veränderte Marktlage. Der niederösterreichische Energieversorger startet mit 1. April 2026 einen neuen Haushaltstarif mit einem Arbeitspreis von rund zehn Cent netto pro Kilowattstunde. Laut EVN kann ein durchschnittlicher Haushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch dadurch rund 190 Euro pro Jahr sparen. Der neue Tarif ist ebenfalls auf zwölf Monate befristet. Zusätzlich bietet die EVN im Sommer ein zeitlich begrenztes „Sonnenfenster“ mit vergünstigten Netzentgelten in den Mittagsstunden an.
Damit zeichnet sich branchenweit ein Trend ab. Medienberichten zufolge prüfen auch Wien Energie, Kelag und Energie Steiermark weitere Anpassungen oder haben bereits Preissenkungen umgesetzt. Hintergrund sind niedrigere Großhandelspreise sowie zunehmender Wettbewerbsdruck.
(fd)