Dingos töten Mädchen (19)
Drama auf dem Strand
(20.01.2026) Auf der beliebten Touristeninsel K’gari (ehemals Fraser Island) in Queensland ist am frühen Montagmorgen die Leiche einer 19-jährigen Frau entdeckt worden. Die junge Kanadierin war am Strand nahe dem bekannten Maheno-Schiffswrack gefunden worden, umgeben von etwa zehn wilden Dingos, wie die örtliche Polizei bestätigt. Die Behörden untersuchen nun, ob die Tiere bei ihrem Tod eine Rolle gespielt haben könnten.
Zwei Männer, die am Strand mit einem Geländewagen unterwegs waren, stießen gegen 6.35 Uhr Morgenlokalzeit auf die Szene, nachdem sie einige Dingos um einen leblosen Körper wahrgenommen hatten. Die Polizei wurde sofort alarmiert. Wide Bay District Inspector Paul Algie beschrieb den Anblick als „offensichtlich sehr traumatisch und schrecklich“ für die Zeugen.
Junge Frau wollte schwimmen gehen
Die Frau wurde inzwischen identifiziert: Es handelt sich um Piper James, eine kanadische Touristin, die laut lokalen Medienberichten seit etwa sechs Wochen auf der Insel lebte und in einer Backpacker-Unterkunft arbeitete. Sie hatte am frühen Morgen einen Spaziergang zum Strand unternommen und war kurz zuvor, Freunden zufolge, zum Schwimmen gegangen.
Ob die junge Frau durch einen dingoartigen Angriff ums Leben kam oder zuvor durch einen anderen Umstand wie Ertrinken starb, ist bislang unklar. Die Leiche wies Spuren auf, die mit dem Kontakt der wilden Hunde im Einklang stehen könnten, doch die Polizei betont, dass bis zum Abschluss einer Obduktion keine sichere Todesursache bestätigt werden kann. Die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung werden in den kommenden Tagen erwartet.
Auf K’gari, der größten Sandinsel der Welt und Teil eines UNESCO-Welterbes, leben schätzungsweise 100–200 Dingos, eine geschützte Wildtierart. In den letzten Jahren hat es immer wieder Zwischenfälle mit den wilden Hunden gegeben, insbesondere nachdem der Tourismus nach der Corona-Pandemie wieder stark zugenommen hat. Experten berichten von einer Zunahme von Zwischenfällen, wobei vor allem jüngere Dingos als furchtloser und weniger scheu gelten.
Patrouillen verstärkt
Nach dem Fund der Leiche haben die Behörden Patrouillen verstärkt, Warnschilder erweitert und nahegelegene Campingplätze geschlossen, um sowohl Einheimische als auch Besucher zu schützen, während die Ermittlungen weiterlaufen. Behördenvertreter riefen die Öffentlichkeit dazu auf, Dingos als wilde Tiere zu respektieren und Abstand zu halten. Die Tragödie löst bei Einheimischen und Tourismusverbänden Bestürzung aus, gleichzeitig schärft sie die Debatte über den Umgang mit wildlebenden Dingos in stark frequentierten Naturgebieten. Frühere Zwischenfälle, bei denen Dingos Touristen oder Kinder attackierten, hatten bereits in den vergangenen Jahren für Besorgnis gesorgt und zu verstärkten Sicherheitsmaßnahmen geführt.
(fd)