Doppelmord an Mutter und Kind
Tirol: In Tiefkühltruhe versteckt
(15.01.2026) Der grausame Fund zweier Leichen in Kühltruhen in Innsbruck hatte im vergangenen November weit über Tirol hinaus für Entsetzen gesorgt. Nun liegen neue Erkenntnisse vor: Die Todesursache der 34-jährigen Mutter und ihrer zehnjährigen Tochter dürfte geklärt sein. Wie die „Krone“ berichtet, dauerten die gerichtsmedizinischen Untersuchungen mehrere Wochen. Die Obduktion gestaltete sich besonders schwierig, da sich die Leichen bereits in einem stark verwesten Zustand befanden. Jetzt herrscht offenbar Klarheit:
Laut Staatsanwaltschaft wurden Mutter und Tochter „mit hoher Wahrscheinlichkeit erstickt“. Ein Sprecher bestätigte diese Erkenntnisse gegenüber der APA und bestätigte damit einen Bericht der Tiroler Tageszeitung.
Brüder weiter in Untersuchungshaft
Im Fokus der Ermittlungen stehen weiterhin zwei Brüder im Alter von 53 und 55 Jahren. Sie wurden bereits im Juni 2025 – Monate vor dem Leichenfund – festgenommen und sitzen seither in Untersuchungshaft. Gegen beide besteht dringender Mordverdacht.
Die Beschuldigten bestreiten bislang, die aus Syrien stammende Frau und ihr Kind getötet zu haben. Der 55-jährige Hauptverdächtige, ein früherer Arbeitskollege der Mutter, sprach wiederholt von einem Unfall.
Leichen hinter Rigipswand verborgen
Fest steht jedoch: Der Hauptverdächtige räumte ein, die Leichen in Kühltruhen versteckt zu haben. Diese standen hinter einer Rigipswand in der Wohnung seines Bruders. Der jüngere Bruder soll laut Ermittlern an der Beschaffung und Aufstellung der Kühlgeräte beteiligt gewesen sein. Die Leichen wurden im November in einer Wohnung in Innsbruck entdeckt – mehr als ein Jahr nach dem mutmaßlichen Todeszeitpunkt.
Vermisstenanzeige brachte Ermittlungen ins Rollen
Über den genauen Tathergang ist weiterhin wenig bekannt. Ausgelöst wurden die Ermittlungen durch eine Vermisstenanzeige: Ein in Deutschland lebender Cousin der Frau hatte sich bereits im Juli 2024 bei der Polizei gemeldet.
Der spätere Hauptverdächtige erklärte damals, Mutter und Tochter seien für längere Zeit zu Verwandten in die Türkei gereist. Dort wusste man jedoch nichts von einem Besuch. Zudem tauchten die Mobiltelefone der beiden Vermissten auf – ein Umstand, den das Landeskriminalamt als „ungewöhnlich“ bezeichnete.
Nach intensiven Ermittlungen erhärtete sich der Tatverdacht gegen die beiden Männer. Erst Monate nach seiner Festnahme gestand der 55-Jährige, die Leichen in den Kühltruhen versteckt zu haben. Ein Motiv ist bis heute nicht bekannt. Für beide Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung.
(fd)