Drogenboss „El Mencho“ getötet
Ausschreitungen in Mexiko
(23.02.2026) „El Mencho“, der wohl mächtigste Drogenboss Mexikos, wurde am Sonntag bei einem Militäreinsatz im westmexikanischen Bundesstaat Jalisco getötet. Seitdem gibt es Ausschreitungen in mehreren Bundesstaaten Mexikos. Die Reaktion der Kartellmitglieder: brennende Autos, Geschäfte und blockierte Straßen. Die Folgen: Flüge werden gestrichen, Touristinnen und Touristen sitzen fest.
Nemesio Oseguera Cervantes, besser bekannt als „El Mencho“, wurde am Sonntag bei einem Militäreinsatz in der Stadt Tapalpa verwundet und kam auf dem Flug nach Mexiko-Stadt ums Leben, wie Mexikos Verteidigungsministerium bekannt gab. Sechs weitere Bandenmitglieder wurden bei der Militäroperation getötet, zwei weitere festgenommen und drei Soldaten verletzt ins Krankenhaus gebracht. Seit 2011 führte "El Mencho" eines der mächtigsten Drogenkartelle Mexikos an, bekannt als „Jalisco Nueva Generacion.“
In Mexiko und den USA stand er auf der Fahndungsliste. Die Amerikaner hatten sogar eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf den Ex-Polizisten ausgesetzt. Im Zuge der bilateralen Zusammenarbeit stellten die US-Behörden entsprechende Informationen zur Verfügung, die zur erfolgreichen Fahndung maßgeblich beigetragen haben. Der stellvertretende US-Außenminister Christopher Landau schrieb auf der Plattform X: Eine der „blutigsten und rücksichtslosesten Drogenbosse“ sei getötet worden. „Das ist eine großartige Entwicklung für Mexiko, die USA, Lateinamerika und die ganze Welt. Die Guten sind stärker als die Bösen.“
Gewalttätige Reaktion
Nach der Bekanntgabe der Neutralisierung „El Menchos“ kam es zu landesweiten gewalttätigen Ausschreitungen. Mit brennenden Autos, Lastwägen und Bussen sperrten die Kartellmitglieder in mehreren Bundesstaaten, darunter Jalisco, Michoacán, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, die Straßen. Des Weiteren legten sie Feuer in Geschäften und Apotheken.
Auch in der Stadt Puerto Vallarta, die bei Touristen sehr beliebt ist, herrscht Chaos – schwarze Rauchwolken und brennende Autos sind auf Videos zu sehen. In einem der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026, in der Stadt Guadalajara, kam es ebenfalls zu Zwischenfällen. Die Behörden forderten die Menschen auf, sich in Sicherheit zu bringen.
Die Folgen
Neben der Aufforderung, das Haus nicht zu verlassen, gibt es noch weitere Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen wurden. Der Gouverneur Alfredo Ramírez kündigte an, dass im Bundesstaat Michoacán, dem Geburtsort von „El Mencho“, der Unterricht in diversen Bildungseinrichtungen am Montag ausfallen werde.
Einige Fluggesellschaften strichen ihre Flüge in die betroffenen Gebiete, andere, die bereits auf dem Weg nach Mexiko waren, kehrten sogar auf halber Strecke um. Auf den mexikanischen Flughäfen verbreitete sich deswegen auch teilweise Panik.
Die Präsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum, teilte auf der Plattform X mit: „Wir müssen informiert bleiben und Ruhe bewahren.“
Das gewalttätige „Jalisco Nueva Generacion“ Kartell
Das von „El Mencho“ gegründete Kartell gilt als besonders gewalttätig. Laut den amerikanischen Behörden soll das Kartell für den grenzüberschreitenden Schmuggel von Kokain, Heroin, Methamphetamin und Fentanyl aus Mexiko in die Vereinigten Staaten verantwortlich sein. Neben dem Drogengeschäft sollen sie zudem in Erpressung, der Schleusung von Migranten, dem Diebstahl von Öl und Mineralien sowie in den illegalen Waffenhandel verwickelt sein. US-Präsident Donald Trump stufte das CJNG-Kartell sogar als terroristische Organisation ein.
Die Neutralisierung von „El Mencho“ gilt als der schwerwiegendste Schlag gegen Mexikos Drogenkartelle seit der Verhaftung der Kartellchefs Joaquín „El Chapo“ Guzmán und Ismael „El Mayo“ Zambada. Die beiden sind derzeit in den USA inhaftiert.
(mk)