DSN warnt vor Extremismus

Zulauf für rechtsextreme Gruppen

(19.01.2026) Die Bedrohung durch rechtsextreme Gewalttäter in Österreich hat deutlich zugenommen. Davor warnt die Direktorin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Sylvia Mayer. Während die Zahl islamistischer Hochrisikogefährder seit Jahren stabil bleibt, ist sie im rechtsextremen Bereich zuletzt spürbar angestiegen. Eine konkrete Gefährdungslage gebe es aktuell zwar nicht – die Entwicklung sei dennoch besorgniserregend.

Mehr rechtsextreme Hochrisikogefährder

Laut DSN liegt die Zahl der rechtsextremen Hochrisikogefährder mittlerweile im mittleren zweistelligen Bereich. Dabei handelt es sich um Personen, denen jederzeit ein Anschlag zugetraut wird. Besonders auffällig: Die Szene ist überwiegend jung, männlich und stark online vernetzt. Und dieser Trend zeichnet sich schon seit 2024 ab.

Neben klassischen Neonazi-Strukturen („Altrechte“) und Gruppierungen der sogenannten „Neuen Rechten“ rückt vor allem ein Phänomen in den Fokus der Sicherheitsbehörden: der militante Akzelerationismus.

Militanter Akzelerationismus: Radikalisierung im Netz

Diese rechtsterroristische Ideologie setzt gezielt auf Chaos, Gewalt und gesellschaftliche Eskalation. In Online-Gruppen wird dazu aufgerufen, bestehende politische Systeme durch Anschläge und Gewalt zu destabilisieren. Gewaltvideos, Terrorpropaganda und Aufrufe zur Nachahmung kursieren vor allem auf Messenger-Diensten und in geschlossenen Foren. Auch Gaming-Plattformen werden zunehmend zur Vernetzung genutzt.

Warum die Gefahr steigt

Sicherheitsexperten sehen mehrere Gründe für den Anstieg:

  1. Mehr rechtsextreme Straftaten

Die Zahl rechtsextrem motivierter Delikte ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Dazu zählen Wiederbetätigung, Hasspostings, Drohungen und Gewaltakte.

  1. Internationale Vernetzung

Rechtsextreme Gruppen agieren zunehmend grenzüberschreitend. Ideologien, Propaganda und Aktionsformen werden international geteilt und adaptiert.

  1. Online-Radikalisierung junger Menschen

Ein wachsender Teil der Szene rekrutiert sich aus sehr jungen Personen. Radikalisierung erfolgt häufig schleichend und im digitalen Raum.

  1. Gesellschaftliche Spannungen

Migration, Teuerung, geopolitische Krisen und Vertrauensverlust in politische Institutionen schaffen ein Umfeld, das extremistische Narrative begünstigt.

Stimmen aus der Bevölkerung: „Man fühlt sich unsicherer“

Die Warnungen des Verfassungsschutzes spiegeln sich auch in der Wahrnehmung vieler Menschen wider. In Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern zeigt sich eine zunehmende Verunsicherung.

„Man liest ständig von Angriffen, Extremisten und Hass im Netz. Früher hatte man das Gefühl, das betrifft nur Randgruppen – heute fühlt es sich näher an“, sagt etwa ein 42-jähriger Angestellter aus Wien.

Eine Pensionistin aus Niederösterreich berichtet: „Ich bin politisch immer in der Mitte gewesen, aber wenn man sieht, was alles passiert, fragt man sich schon, ob der Staat noch alles unter Kontrolle hat.“

Rückt die gesellschaftliche Mitte nach rechts?

Experten sehen in diesen Aussagen kein automatisches Abrutschen in den Extremismus, wohl aber eine Verschiebung von Einstellungen innerhalb der politischen Mitte. Sicherheit, Ordnung und Kontrolle gewinnen für viele Menschen an Bedeutung – oft als Reaktion auf reale oder wahrgenommene Vorfälle.

„Viele Leute fühlen sich nicht radikal, sondern schlicht überfordert“, sagt ein junger Familienvater aus Oberösterreich. „Wenn man sich Sorgen um die Zukunft macht, wird man empfänglicher für einfache Antworten.“

Diese Entwicklung bedeutet laut Fachleuten nicht, dass die Mitte rechtsextrem wird – sie zeigt aber, wie Unsicherheit und Angst politische Haltungen beeinflussen können. Extremistische Gruppen versuchen gezielt, diese Stimmungen aufzugreifen und zu instrumentalisieren.

Keine akute Bedrohung – aber erhöhte Wachsamkeit

Trotz steigender Zahlen betont die DSN: Derzeit besteht keine konkrete Gefährdungslage. Die größte Gefahr gehe weiterhin von Einzeltätern oder kleinen Gruppen aus.

Besonders sensibel bleiben öffentliche Orte mit vielen Menschen – etwa Verkehrsmittel oder Großveranstaltungen. Hier setzen Behörden auf Prävention, Informationsaustausch und frühzeitige Intervention.

Prävention als Schlüssel

Ein Schwerpunkt liegt auf Extremismusprävention, vor allem bei Jugendlichen. Radikalisierung soll früh erkannt werden – nicht nur polizeilich, sondern auch durch Schulen, Eltern und soziale Einrichtungen. Ab 2027 soll zudem die Überwachung von Messenger-Diensten im Anlassfall möglich sein, um Terrorpläne früher aufzudecken. Eine Ausweitung darüber hinaus ist aktuell nicht vorgesehen. Die wachsende Zahl rechtsextremer Hochrisikogefährder ist Ausdruck einer komplexen Entwicklung aus Online-Radikalisierung, internationaler Vernetzung und gesellschaftlicher Verunsicherung. Der Verfassungsschutz warnt – und setzt gleichzeitig auf Prävention, Aufklärung und internationale Zusammenarbeit.

(fd/apa)

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