EL/COL: Salzburg-Sieg, Rapid-x
Austria mit Niederlage
(21.08.2026) Für Rapid ist vor dem Millionenspiel in der Europacup-Qualifikation noch alles offen, die Austria steht vor einer Mammutaufgabe: Die Wiener Vereine haben sich am Donnerstag im Play-off-Hinspiel zur Conference League unterschiedliche Ausgangspositionen erspielt. Während die Grün-Weißen nach dem 2:2 bei Heart of Midlothian positiv auf das Rückspiel zuhause blickten, sind die "Veilchen" nach dem 0:2 bei Sporting Braga schier hoffnungslos ins Hintertreffen geraten.
Rapid zeigte in Edinburgh zwei Gesichter. In der ersten Spielhälfte erarbeiteten sich die Hütteldorfer beim schottischen Vizemeister mehrere Großchancen und gingen durch Serge-Philippe Raux-Yao (30.) verdient mit einer Führung in die Pause. Dann verlor die Elf von Johannes Hoff Thorup den Faden und kassierte zwei Gegentore. "Leider hatten wir diese 15 Minuten, in denen wir die Kontrolle aus der Hand gegeben haben", sagte der Rapid-Coach. "Insgesamt hätten wir uns ein besseres Resultat gewünscht. Aber wenn du 1:2 hinten liegst, ist ein Unentschieden wohl okay für uns."
Rapid zuversichtlich vor Millionenspiel
Zum Showdown am Mittwoch (18.45 Uhr) in Hütteldorf blickten die Rapid-Akteure nach einer Gefühlsachterbahn im Hinspiel zuversichtlich. "Wenn wir unsere Leistung bringen", sagte Nikolaus Wurmbrand, "können wir den Gegner schlagen. Wir wollen so spielen wie in der ersten Halbzeit und in den letzten 20 Minuten. Wenn wir das machen, bin ich sehr positiv gestimmt." Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung hatte Wurmbrand (79.) den Ausgleich besorgt - und sein Team damit in eine deutlich angenehmere Ausgangslage bugsiert.
"Das 2:2 war ganz wichtig", wusste auch Matthias Seidl. Es sei "eine gute Partie mit Steigerungspotenzial" gewesen. "Spannend wird es auf jeden Fall. Wir haben jetzt einige Tage mehr Zeit, das ist für die Regeneration ganz wichtig", betonte der Rapid-Kapitän im ORF. Denn am Wochenende haben sowohl Rapid als auch die Austria in der Liga spielfrei, beide Spiele wurden verschoben. Rapid gastiert erst am 2. September in Salzburg, die Austria empfängt zwei Stunden zuvor die WSG Tirol.
"Das ist ein großer Vorteil. Man kann die Erkenntnisse aus dem Hinspiel deutlich besser verarbeiten und sich gut vorbereiten", betonte Hoff Thorup und ergänzte mit Blick auf die erholsame Zeit nach der Rückreise aus Schottland. "Es passt für mich, wenn sie mal auf der Couch bleiben und Serien schauen." Um dann mit vollen Batterien den Aufstieg in die Ligaphase anzupeilen, der mit einem Startgeld von 3,17 Millionen Euro belohnt werden würde.
Austria trauerte besserem Ergebnis nach
Violetten Ärger gab es im Felsenstadion zu Braga. Das späte 0:2 aus einem Konter entsprach nicht dem Spielverlauf der zweiten 45 Minuten und wäre zu verhindern gewesen. Dabei hatte Torhüter Samuel Sahin-Radlinger mit einem gehaltenen Elfer gegen Pau Victor davor noch Schlimmeres verhindert. Manfred Fischer verzeichnete außerdem einen Lattenschuss. "Das Momentum in ein paar Situationen war überhaupt nicht bei uns", beklagte der Kapitän der Favoritner. "Mit einem 0:1 wären wir anders heimgefahren. So ist das zweite Tor sehr bitter." Sahin-Radlinger legte nach: "Mit unserer Leistung hätten wir uns ein bisschen was verdient."
Braga präsentierte sich als spielerisch starkes Team und warf nach der Führung augenscheinlich nicht alles in die Waagschale. Der Austria gelang jedoch trotz großer Bemühungen kein Wirkungstreffer. Bei der letzten Aktion zischte ein Schuss von Sanel Saljic am Kreuzeck vorbei. "Wir haben gespürt, wir können mehr mitnehmen, zumindest aber das 0:1", meinte Trainer Stephan Helm. Er blieb für das Rückspiel dennoch hoffnungsvoll und versprach einen "leidenschaftlichen" Auftritt seiner Elf: "Wir werden nächste Woche alles reinwerfen, und wenn dieses Tor gelingt, möchte ich sehen, wie sich das weiterentwickelt."
Zeit zur Vorbereitung bleibt. Laut Helm stehe nun einmal zwei Tage komplette Regeneration nach den vergangenen vier englischen Wochen am Programm. Auf das Rückspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) könne man sich dann einige Tage vorbereiten. "Sag niemals nie", betonte Fischer gewohnt kämpferisch. "Bei uns zu Hause wird es ein anderes Spiel als hier." Bragas Trainer Carlos Vicens wollte von einer Vorentscheidung ebenfalls nichts wissen. "Wir wissen, dass uns ein extrem harter Kampf bevorsteht", sagte der Spanier. "Wir haben bereits gesehen, wozu sie fähig sind."
(apa/mc)