Ende des Orgasmus-Gap

Frauen fordern Sexualpädagogik

(08.03.2022) Etwas, das Männer kaum glauben können und doch ist es wahr. Frauen haben weniger oft Orgasmen als Männer. Dieser Orgasmus-Gap wird unter anderem durch eine Studie aus den USA aus dem Jahr 2017 untermauert, aber auch Umfragen des Kondomherstellers Durex in Österreich kommen auf ähnliche Rückschlüsse.

Vibratoren verteilt

Die Grüne Jugend zitierte die Forschenden aus den USA. Diese fanden anhand der Befragung von mehr als 52.000 Amerikanerinnen und Amerikanern unterschiedlicher sexueller Orientierung heraus, dass heterosexuelle Männer zu 95 Prozent beim Sex "kommen", heterosexuelle Frauen dagegen nur zu 65 Prozent. "Durex" hat 2008 in Österreich erhoben, dass 84 Prozent der Männer und 37 Prozent der Frauen so gut wie immer einen Höhepunkt erleben - über die sexuelle Orientierung der befragten Personen ist in diesem Fall allerdings nichts bekannt. Die Grüne Jugend Steiermark fordert anlässlich des Frauentags ein Ende für den Orgasmus-Gap durch bessere Sexualpädagogik und verteilt Vibratoren.

Sexualkunde ist nur ein Nebengedanke

Anlässlich des 8. März will die Grüne Jugend auf den Gap hinweisen und ortet als Mitgründe für das Ungleichgewicht eine mangelnde Aufklärung an Schulen. "Sexualkunde ist in Österreich immer noch nur ein Nebengedanke", kritisiert Anna Binder, Sprecherin der Grünen Jugend Steiermark, am Dienstag in einer Aussendung. "Noch immer hängt es viel zu sehr von der Lehrerin oder dem Lehrer ab, ob Schülerinnen und Schüler ausreichend Informationen zu diesem wichtigen Thema bekommen." Besonders die weibliche Sexualität werde in den Augen der Grünen Jugend zu wenig behandelt.

Weibliche Sexualität ohne Tabus

"Wir wollen eine Gesellschaft, in der die weibliche Sexualität kein Tabu mehr ist. Dafür müssen wir bei unserer Bildung anfangen und endlich auch die Bedürfnisse der anderen Hälfte der Bevölkerung berücksichtigen", so Binder. Bei der Demonstration am Nachmittag des 8. März will die Grüne Jugend in Graz jedenfalls Vibratoren verteilen, "um direkt gegen den Orgasmus-Gap vorzugehen".

Mehr Mittel für den Sexualkundeunterricht

Sie fordern auch, dass das Land mehr Mittel für den Sexualkundeunterricht zur Verfügung stellt. Auch sollen wieder externe Expertinnen und Experten an Schulen eingeladen werden, damit die Schülerinnen und Schüler der Steiermark "frei von gesellschaftlichen Tabus über Sex und sexuelle Gesundheit lernen können". Zuletzt war das wegen der Corona-Pandemie nicht möglich, seit Semesterbeginn sind diese aber wieder zugelassen.

(fd/apa)

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