Equal Pay Day

Männer haben heute fertig

(31.10.2023) Na ja, fair ist das nicht! In Österreich schließt sich die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zwar langsam - heuer findet der Equal Pay Day, an dem Männer bereits so viel verdient haben wie Frauen erst zu Jahresende, erst am 31. Oktober statt. Die Entwicklung geht für Frauenministerin Susanne Raab "grundsätzlich in die richtige Richtung". Aber das sei noch lange nicht genug, so Raab bei einer Pressekonferenz.

Bei den Gründen für die nach wie vor vorhandene Lohnlücke habe man "Schlüsselgebiete" identifiziert, meinte die Ministerin. So liege die Carearbeit für Kinder noch immer hauptsächlich bei den Müttern. Diese würden daher oft in Teilzeit arbeiten und Karrieremöglichkeiten verpassen. Hier sei es daher wichtig, in die Kinderbetreuung zu investieren. Dafür stünden bis 2030 daher zusätzliche 4,5 Mrd. Euro zur Verfügung.

Schlechter bezahlte Branchen

Außerdem seien Frauen häufiger in schlechter bezahlten Branchen tätig. Daher müssten Rollenklischees aufgebrochen und Mädchen etwa auf den MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) aufmerksam gemacht werden, wo höhere Löhne bezahlt werden. Darüber hinaus will Raab weiter mit den Grünen am automatischen Pensionssplitting arbeiten. Sollten Frauen bei gleicher Qualifikation im gleichen Job und für die gleichen Aufgaben weniger Geld verdienen als Männer, "dann ist das eine Diskriminierung", betonte Raab. Daher will sie jede Frau ermutigen, sich in solchen Fällen an die zuständigen Stellen zu wenden.

Nicht genug ist das dem grünen Koalitionspartner, der sich für ein umfassenderes Lohntransparenzgesetz und einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung einsetzt. "Wir beobachten seit Jahren, dass die derzeitigen Gesetze im Kampf gegen die geschlechtsspezifische Lohnlücke nur mikroskopisch messbare Auswirkungen haben", kritisierte Grünen-Frauensprecherin Meri Disoski in einer Aussendung. Konkret forderte sie verpflichtende über den Betriebsrat zugängliche Einkommensberichte für Unternehmen ab 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in denen auch die einzelnen Gehaltsbestandteile angeführt werden.

Die SPÖ warf der Regierung Säumigkeit bei der Umsetzung der Lohntransparenzrichtlinie und dem Ausbau der Kinderbetreuung vor. "Alles leere Versprechen: Kindergärten, die nur bis Mittag offen haben, 40 Schließtage, kostenpflichtig sowieso, zu wenig Betreuung für unter Dreijährige. Ein flächendeckender Ausbau bleibt ausständig", so SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner laut Aussendung. Sie unterstützt die Arbeiterkammer-Forderung nach verpflichtenden Einkommensberichten für Unternehmen ab 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Die SPÖ fordert zudem eine Verpflichtung zur geteilten Karenz und einen Rechtsanspruch auf einen ganztägigen gratis Kinderbildungsplatz ab dem ersten Lebensjahr.

"Qualitativ hochwertige, möglichst kostenlose und gut ausgebaute Kinderbetreuung mit Rechtsanspruch ab dem ersten Geburtstag" fordert auch NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger. "Die Bundesregierung muss hier endlich liefern, denn wir hinken im internationalen Vergleich Jahrzehnte hinterher", kritisierte sie.

Kritik an der Regierung und den Arbeitgebern kam auch von der Gewerkschaft. "Wenn es mit der Gleichstellung von Mann und Frau in Österreich in dem Tempo weitergeht, verdienen Frauen erst in 31 Jahren für gleiche Arbeit so viel Geld wie Männer. Das ist beschämend für Arbeitgeber, die hier nicht von selbst reagieren, sondern arbeitsrechtliche Konsequenzen in Kauf nehmen", so die ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann per Aussendung. Auch sie forderte einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung, sowie mehr Lohntransparenz, Arbeitszeitverkürzungen und einen Mindestlohn von 2.000 Euro in allen Kollektivverträgen.

"Damit die Einkommenslücke endlich zugeht, brauchen Frauen echte Lohntransparenz. Die EU-Mitgliedsstaaten haben eine Richtlinie zur Lohntransparenz beschlossen. Jetzt ist die Chance da, die Situation zu verbessern. Die Bundesregierung muss sofort mit der Umsetzung beginnen", forderte AK-Präsidentin Renate Anderl. Dabei sei wichtig, die Sozialpartner einzubeziehen. Politische Maßnahmen forderte auch der Österreichische Frauenring. Es brauche "spürbare Sanktionen für Unternehmen, die Frauen und Männern für die gleiche Tätigkeit einen unterschiedlichen Lohn bezahlen", erklärte Frauenring-Vorsitzende Klaudia Frieben. Darüber hinaus brauche es aber auch eine Debatte über die Neubewertung von Arbeit. Der Städtebund setzte sich neben einem Ausbau der Kindergärten auch für eine Ausbildungs- und Personaloffensive ein.

(fd/apa)

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