Erdbeben vor Taiwan

Viele Tote und Verletzte

(03.04.2024) Nach dem heftigen Erdbeben vor der Ostküste Taiwans ist die Zahl der Toten auf neun und die der Verletzten auf mehr als 820 gestiegen. Demnach waren außerdem 127 Menschen noch in Gebäuden in der am stärksten betroffenen Stadt Hualien an der taiwanischen Ostküste eingeschlossen. Auch diese Zahl wurde nach oben korrigiert. Die Zahl verschiedenster Unfälle, etwa durch Schäden an Gebäuden oder Infrastruktur, lag bei mehr als 1.100.

In der Früh (Ortszeit) hatte ein sehr starker Erdstoß wenige Kilometer vor der Ostküste die gesamte Insel mit mehr als 23 Millionen Einwohnern erschüttert. Die taiwanesische Wetterbehörde registrierte eine Stärke von 7,2 in wenigen Kilometern Tiefe, während die US-Erdbebenwarte und Geosphere Austria 7,4 verzeichneten. Mehrere Nachbeben folgten. In Hualien kamen zumindest vier Menschen ums Leben. Das Beben ließ in der Stadt Wohnhäuser zum Teil einstürzen oder in bedrohliche Schieflage geraten. Ein ähnlich starkes Erdbeben hatte sich 1999 ereignet und führte damals zu mehr als 2.400 Toten. Damals lag das Epizentrum im Zentrum der Insel. In Taiwan bebt die Erde immer wieder, weil die Insel am Rand zweier tektonischer Platten liegt.

Über mehrere Stunden warnten Taiwan, China, Japan und die Philippinen vor Tsunamis, ehe die Warnungen gelockert beziehungsweise aufgehoben wurden. In ganz Taiwan richteten die Erschütterungen schwere Schäden an Häusern an und ließen sie zum Teil einstürzen. Innerhalb von acht Stunden nach dem Beben wurden insgesamt mehr als 100 Nachbeben registriert. Vielerorts fiel der Strom aus, Fabriken stellten vorübergehend den Betrieb ein und der Nah- und Fernverkehr wurde unterbrochen. Am Vormittag (MESZ) hatte Taiwans Energieversorger entsprechenden Berichten zufolge die Stromversorgung in den meisten Haushalten wiederhergestellt. Wie die offizielle taiwanesische Nachrichtenagentur CNA berichtete, hatten laut der staatlichen Taiwan Power Company knapp 367.800 Haushalte am Mittwochnachmittag (Ortszeit) und damit 99 Prozent wieder Strom. Von den 3.500 Einheiten, in denen noch keine Elektrizität vorhanden war, lagen demnach rund 2.400 im Kreis um die Stadt Hualien.

Taiwans künftiger Staatspräsident Lai Ching-te machte sich ein Bild von den Folgen des Bebens. Vor einem eingestürzten Haus in Hualien drang er auf Eile bei der Rettung. Dies habe derzeit oberste Priorität. Lai, der im Mai sein Amt antreten soll, erklärte, die Zugverbindung in die Region Hualien werde am Donnerstag wieder aufgenommen. Das Beben ereignete sich gegen 8.00 Uhr Ortszeit, als viele Menschen sich gerade auf den Weg in die Arbeit oder in die Schule machten. "Es war das schwerste Erdbeben, das ich je erlebt habe", sagte die Betreiberin einer Pension in der Stadt Hualien. Sie habe sich sehr bemühen müssen, ihre verängstigten Gäste zu beruhigen.

(fd/apa)

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