Erster Schultag läuft

Trotz Lehrermangel

(04.09.2023) Bildungsminister Martin Polaschek (ÖVP) hat zum Schulbeginn im Osten Österreichs seine Zusicherung wiederholt, dass trotz des akuten Lehrermangels im neuen Schuljahr alle Schulstunden gehalten werden können. Eine Zahl, wie viele Lehrkräfte österreichweit fehlen, wollte er bei einer Pressekonferenz am Montag auch auf Nachfrage nicht nennen. Im neuen Schuljahr will Polaschek einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung der Lesekompetenz legen.

Kurzfristige Ausfälle möglich

"Natürlich kann es immer zu kurzfristigen Ausfällen kommen, dass jemand übers Wochenende krank wird", aber sein Informationsstand aus den Bildungsdirektionen sei, dass alle Schulstunden gehalten werden könnten. Was die Lehrkräfte nicht leisten könnten, müsste von Lehramts-Studierenden aufgefangen werden, so Polaschek, der auch auf die 600 neu angestellten Quereinsteiger verwies. Insgesamt seien nun rund zehn Prozent der Lehrenden an Schulen Personen, die nicht über ein einschlägiges Studium ausgebildet worden seien.

FPÖ mit Kritik

Kritik kam umgehend von der FPÖ. "Was hat denn der Minister eigentlich seit dem letzten Jahr in dieser Frage unternommen? Der Lehrermangel ist nämlich seit Jahren evident, daher hätte Polaschek schon längst eine Dauerlösung erarbeiten müssen", kritisierte der freiheitliche Bildungssprecher Hermann Brückl in einer Aussendung. Es sei "ein mehr als unhaltbarer Zustand", wenn auch im kommenden Schuljahr in allen Bundesländern unter anderem Quereinsteiger und Studenten ohne abgeschlossenes Studium in die Schulklassen geholt werden müssten.

Lesekompetenz

Im neuen Schuljahr will das Bildungsministerium einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung der Lesekompetenz legen. "Sinnerfassend Lesen ist die Grundlage für eine erfolgreiche Bildungs- und Berufslaufbahn", sagte Polaschek. Im internationalen Vergleich liege die Leseleistung in Österreich nur im besseren Mittelfeld, "das kann uns nicht zufriedenstellen", so der Bildungsminister unter Verweis auf die internationalen Lesestudien PISA und PIRLS.

Maßnahmen

Als konkrete Maßnahmen sollen nach den Plänen des Bildungsministeriums künftig Personen des öffentlichen Lebens als Lesebotschafterinnen und Lesebotschafter bei Besuchen in Schulen Kinder und Jugendliche für das Lesen begeistern. Die einzelnen Schulen sollen zudem mit einem neuen Lesegütesiegel dazu animiert werden, mehr innovative Leseprojekte durchzuführen. Für den verstärkten Fokus auf das Lesen im Unterricht lobte Polaschek besonders das Modell von Lese-Tandems zwischen Kindern mit Leseschwierigkeiten und solchen, denen das Lesen leichter fällt.

PISA-Studie

Konkrete Ergebnisse der verstärkten Leseförderung erwartet Polaschek in den kommenden Jahren auch bei den internationalen Vergleichsstudien. Bei der bereits durchgeführten PISA-Studie, deren Ergebnisse im Dezember präsentiert werden, werde man die Resultate natürlich noch nicht sehen, aber bei den nächsten Ergebnissen hofft der Bildungsminister bereits auf sichtbare Erfolge.

PIRLS-Studie

Laut der im Mai präsentierten PIRLS-Studie (Progress in International Reading Literacy Study) liegt Österreich bei der Leseleistung im EU-Schnitt. Deutlich größer als in anderen Staaten sind in Österreich die Leistungsunterschiede beim Lesen nach Bildungsstand bzw. Beruf der Eltern. Polaschek will den neuen Schwerpunkt zur Förderung der Lesekompetenz dennoch breit anlegen. Die Lesefreude zu fördern, gelte es in jeder Schule. Dort, wo ein besonderer Bedarf bestehe, werde man aber natürlich mit Förderstunden dem Förderbedarf begegnen, so der Unterrichtsminister.

Leistungsunterschiede Mädchen/Buben

Der Bildungsforscher Dirk Harstätt bewertete die angekündigten Maßnahmen zur Leseförderung am Montag als "richtigen Ansatz". Er vermisse aber noch einen besonderen Fokus auf Buben, sagte der Geschäftsführer der für die PIRLS-Studie verantwortlichen International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA) im Ö1-"Mittagsjournal". Denn die Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern in Österreich seien im internationalen Vergleich eine der größten Herausforderungen. Buben zeigen hierzulande beim Lesen größere Defizite als Mädchen.

Grundkompetenzen wichtig

Positiv reagierte auch die Industriellenvereinigung (IV) und sprach von einem "wichtigen Schritt" hin zur besseren Vermittlung von Grundkompetenzen in den ersten Schuljahren. Ebenso wichtig seien Reformen in der Elementarbildung, weshalb die aktuellen Finanzausgleichsverhandlungen genutzt werden sollten, um einen nachhaltigen finanziellen Rahmen zu schaffen, forderte IV-Generalsekretär Christoph Neumayer. Dringend noch in dieser Legislaturperiode müsse auch eine Reform der Lehramtsstudien umgesetzt werden.

(fd/apa)

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