Essiggurkerl immer seltener aus Ö
9 von 40 aus Indien
(28.07.2026) Essiggurkerl zur Jause – für die meisten gehören sie einfach dazu. Ein neuer Check des Vereins "Wirtschaften am Land" zeigt jedoch: Die Gurkerl kommen immer öfter aus dem Ausland, besonders häufig aus Indien. Vor allem bei Eigenmarken des Lebensmittelhandels ist es für den Konsumenten oft kaum feststellbar, woher das Produkt stammt. Gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer und dem Gemüseproduzenten efko appelliert der Verein an die Konsumenten, aufmerksamer zu sein, und an die Politik, Chancengleichheit herzustellen.
"Wirtschaften am Land" überprüfte Anfang Juni insgesamt 98 Essiggurkenprodukte aus dem Lebensmitteleinzelhandel. 58 waren Markenartikel, 40 Eigenmarken. Bei 35 der 98 Gläser - rund einem Drittel - kamen die Gurkerl laut Etikett aus Österreich, bei 7 aus anderen EU-Staaten und 56 blieben ohne Herkunftsangabe - wobei diese vor allem bei den Eigenmarken der Handelsketten besonders häufig fehlten.
9 von 40 Eigenmarken-Produkten aus Indien
Von den 40 Eigenmarken-Produkten kamen laut Etikett 5 aus Österreich und 4 aus anderen EU-Ländern. Bei den restlichen 31 - das sind 77,5 Prozent - war die Herkunft nicht angegeben. Auf Nachfrage erhielt "Wirtschaften am Land" bei 9 Produkten die Auskunft, dass diese aus Indien kommen, insgesamt wurden 15 mögliche Herkunftsländer aufgezählt, darunter Nordmazedonien, Russland und die Türkei. Von den 58 Markenartikel kamen immerhin 30 aus Österreich, 3 aus Deutschland und bei 25 (43 Prozent) fehlte ebenfalls die Angabe.
"Sie entscheiden mit jedem Griff ins Regal mit, was in Österreich morgen noch angebaut wird", appellierte Robert Pichler, Obmann von "Wirtschaften am Land", bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Hartkirchen (Bezirk Eferding) an die Konsumentinnen und Konsumenten. Denn die Produktion ist rückläufig. Von 2025 auf heuer ist die Anbaufläche von 118 auf 104 Hektar zurückgegangen. Der Selbstversorgungsgrad Österreichs bei Essiggurkerl liegt derzeit bei 56 Prozent, in den 1990er-Jahren waren es noch 80 Prozent, rechnete Pichler vor. Franz Waldenberger, Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, verweist auf die höheren Umwelt- und Sozialstandards in Österreich, während diese in Indien unklar seien. Er fordert strenge Importkontrollen.
(mt/apa)