Europäischer Atomschirm

Was braucht es dazu alles?

(16.02.2026) Europas Abhängigkeit von den USA ist in keinem Bereich so groß wie bei der nuklearen Verteidigung. Spätestens seit der Münchner Sicherheitskonferenz wird offen darüber diskutiert, ob ein europäischer Atomschirm möglich und notwendig ist.

Aktuelle Lage: Europas nukleare Abhängigkeit

Die atomare Abschreckung der NATO basiert derzeit maßgeblich auf US-Atomwaffen in Europa. Schätzungen zufolge sollen rund 100 US-Atombomben auf europäischen Stützpunkten lagern – unter anderem im deutschen Büchel. Im Ernstfall würden diese im Rahmen der sogenannten nuklearen Teilhabe von europäischen Kampfjets eingesetzt.

Frankreich und Großbritannien verfügen zwar über eigene Atomwaffen, ihre Arsenale gelten innerhalb der NATO jedoch bislang als Ergänzung zur US-Abschreckung.

Frankreichs Rolle im Atomschutz

Frankreich besitzt laut Schätzungen des Friedensforschungsinstituts SIPRI rund 280 Atomwaffen, Großbritannien etwa 120. Paris verfügt über vier atomar bewaffnete U-Boote mit Raketen von bis zu 10.000 Kilometern Reichweite sowie luftgestützte Marschflugkörper für Rafale-Kampfjets.

Bereits 2020 bot Präsident Emmanuel Macron Gespräche über eine europäische Kooperation bei der atomaren Abschreckung an. Damals fand das in Berlin kaum Unterstützung. Nun signalisiert der deutsche Kanzler Friedrich Merz Gesprächsbereitschaft und führt laut eigenen Angaben auf Spitzenebene Gespräche mit Paris.

Was wäre für einen EU-Atomschirm nötig?

Ein eigenständiger europäischer Schutzschirm würde enorme Investitionen erfordern – Schätzungen gehen von dreistelligen Milliardenbeträgen aus. Unklar ist zudem die Organisation: Denkbar wäre, dass Frankreich seine Atomwaffen offiziell auch zum Schutz europäischer Partner einsetzt. Aus französischer Sicht müssten Kontrolle und Einsatzbefehl jedoch in Paris bleiben. Genau das könnte für andere EU-Staaten politisch heikel sein. Auch eine stärkere Einbindung Großbritanniens wäre möglich – trotz Brexit.

Politische Spannungen und Risiken

Die Debatte ist sensibel: Eine eigenständige europäische Lösung könnte die USA verärgern und einen Abzug der US-Atomwaffen beschleunigen. Gleichzeitig wächst in Europa die Sorge, im Fall eines amerikanischen Rückzugs ohne nuklearen Schutz gegenüber Russland dazustehen.

Innerhalb der deutschen Koalition gibt es unterschiedliche Töne. Während SPD-Chef Lars Klingbeil Gespräche mit Frankreich unterstützt, warnt Verteidigungsminister Boris Pistorius vor Doppelstrukturen innerhalb der NATO.

Eigene Atomwaffen für Deutschland?

Nach aktueller Rechtslage ausgeschlossen. Deutschland ist durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag und den Atomwaffensperrvertrag völkerrechtlich verpflichtet, keine eigenen Atomwaffen zu besitzen. Ein europäischer Atomschirm ist politisch diskutiert, militärisch möglich – aber rechtlich, finanziell und strategisch hochkomplex. Solange die USA ihre nukleare Schutzfunktion wahrnehmen, bleibt Europa eingebunden. Doch die Debatte über mehr strategische Eigenständigkeit dürfte weiter an Bedeutung gewinnen.

(fd/apa)

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