Fabian (8) mit Messer getötet
Mordanklage für Ex-Stiefmutter
(09.03.2026) Im Fall des getöteten Fabian (8) aus Mecklenburg-Vorpommern hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage erhoben. Die ehemalige Stiefmutter des Jungen, Gina H. (29), soll den Achtjährigen laut Ermittlern heimtückisch ermordet haben. Die Anklage wirft ihr vor, Fabian mit sechs Messerstichen in den Oberkörper getötet zu haben.
Kind verschwand – vier Tage später tot gefunden
Der Junge war am 10. Oktober 2025 aus seinem Zuhause in Güstrow verschwunden. Vier Tage lang suchten Polizei und Helfer nach ihm. Am 14. Oktober wurde schließlich eine schreckliche Entdeckung gemacht: Die Leiche des Kindes lag am Rand eines Tümpels bei Klein Upahl. Sie war teilweise verbrannt.
Die frühere Partnerin von Fabians Vater hatte zunächst angegeben, den Jungen bei einer morgendlichen Gassi-Runde zufällig entdeckt zu haben.
Staatsanwaltschaft: Tat soll geplant gewesen sein
Nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft soll die 29-Jährige am Tattag mit ihrem orangefarbenen Pick-up zur Wohnadresse des Kindes gefahren sein. Demnach lockte sie Fabian unter einem Vorwand aus dem Haus. Anschließend soll sie mit ihm nach Klein Upahl gefahren sein und ihn zu dem Tümpel geführt haben. Dort soll sie laut Anklage sechs Messerstiche in den Oberkörper des Kindes ausgeführt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Tat allein geplant und durchgeführt wurde.
Leiche soll anschließend angezündet worden sein
Um Spuren zu verwischen, soll die Tatverdächtige laut Ermittlern Brandbeschleuniger verwendet und den Leichnam angezündet haben.
Die Polizei nahm Gina H. schließlich am 6. November 2025 an ihrer Wohnadresse in Reimershagen fest. Seitdem sitzt sie in Untersuchungshaft.
Prozess könnte bald beginnen
Jetzt entscheidet das Landgericht Rostock über die Zulassung der Anklage. Staatsanwaltschaftssprecher Harald Nowack erwartet einen schnellen Prozessbeginn, wie die "Bild-Zeitung" berichtet. Ein Grund ist die gesetzliche Frist:
Spätestens Anfang Mai muss die Hauptverhandlung starten, denn dann sitzt die Beschuldigte sechs Monate in Untersuchungshaft.
Verteidigung äußert sich zurückhaltend
Der Anwalt der Beschuldigten, Andreas Ohm, erklärte nach der Anklageerhebung, er kenne bislang nur die Pressemitteilung. „Solange ich die Details der Anklage und der Ermittlungen nicht kenne, kann ich nichts weiter dazu sagen.“ Er rechne damit, die vollständige Anklageschrift in den kommenden Tagen zu erhalten.
Mordmerkmal „niedrige Beweggründe“
Die Staatsanwaltschaft wirft Gina H. Mord aus niedrigen Beweggründen und Heimtücke vor. Sollte das Gericht dieser Einschätzung folgen, droht der 29-Jährigen lebenslange Haft. Der Prozess vor dem Landgericht Rostock könnte bereits in den kommenden Wochen beginnen.
(fd)