Festnahmen nach Unglück

Notbremse manipuliert?

(26.05.2021) Nach dem Seilbahn-Absturz am vergangenen Sonntag in Lago Maggiore klicken jetzt die Handschellen. Drei Mitarbeiter der Betreiberfirma sind verhaftet worden. Wie italienische Medien berichten, sollen die Notbremsen manipuliert worden sein, um Unterbrechungen der Seilbahn zu verhindern. Bei dem tragischen Unglück in Norditalien sind am Wochenende 14 Menschen ums Leben gekommen. Nur ein fünfjähriger israelischer Junge hat den Absturz als einziger überlegt. Sein Zustand sei nach aktuellen Informationen der Ärzte stabil. Dass er seine gesamte Familie verloren hat, weiß er noch nicht.

Die drei Festgenommenen werden beschuldigt, die Notbremse der Seilbahn außer Betrieb gesetzt zu haben, nachdem es am Samstag - einen Tag vor dem Unglück - zu einer Dienstunterbrechung gekommen war. Laut den Ermittlern wurde der Spreizer der Notbremse, die die Kabinen im Falle eines Bruchs eines Seils blockieren sollte, nicht entfernt, um "eine Störung und Blockierung" der Seilbahnanlage zu vermeiden. Damit funktionierte die Notbremse nicht.

Das System wies Anomalien auf und hätte einen radikaleren Eingriff mit einer Dienstunterbrechung erfordert. "Bei der abgestürzten Kabine wurde das Notbremssystem manipuliert, um Ineffizienzen und Blockaden der Seilbahn zu vermeiden", die seit der Wiederaufnahme des Betriebs "Anomalien" aufwies, so die Staatsanwältin. Die Notbremse sei in dem Glauben außer Betrieb gesetzt worden, dass ein Kabelbruch niemals hätte eintreten können.

(APA/jf)

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