Formel 1: Regel-Revolution

Saisonstart am Wochenende

(03.03.2026) Die Formel 1 startet 2026 mit einer umfassenden Regelrevolution in ein neues Zeitalter. Mit kleineren und leichteren Autos, neuen Antriebseinheiten mit größerem Fokus auf die Batterie sowie einem neuen Überholmodus sollen die Rennen in der Motorsport-Königsklasse wieder spannender werden. Vor dem Saisonauftakt in Australien am Sonntag (5.00 Uhr MEZ/live ServusTV, Sky) gibt es aber noch viele Fragezeichen. Fahrer und Fans müssen sich auf Veränderungen einstellen.

Im Rahmen der tiefgreifendsten Reform der Rennserie seit zumindest 2014 hat sich auch das Fahrverhalten der Boliden eklatant geändert. Es fühle sich eher an wie "Formel E auf Steroiden", urteilte Red-Bull-Star Max Verstappen nach den ersten Eindrücken bei den Testfahrten in Bahrain. Rekordweltmeister Lewis Hamilton, der im Ferrari seinen insgesamt achten WM-Titel anstrebt, nannte die Regeländerungen "absurd komplex". Man brauche einen Hochschulabschluss, um alles vollständig zu verstehen, betonte der Brite. Ihm mache es aber mehr Spaß, das Auto zu fahren.

Batterie wird massiv aufgewertet

In dieser Hinsicht gehen die Meinungen im Fahrerlager jedenfalls auseinander. Denn aufgrund der neuen Antriebseinheit müssen die Piloten ihren Fahrstil anpassen. Die vor zwölf Jahren am Beginn der Hybrid-Ära eingeführten 1,6-Liter-V6-Turbomotoren mit einer Leistung von etwa 1.000 PS werden weiter genutzt, die elektrische Komponente wird aber massiv aufgewertet. Bisher kamen 800 PS vom Verbrennungsmotor und 200 PS vom Hybridsystem, künftig liefert die Batterie fast 50 Prozent der gesamten Leistung und fast dreimal so viel wie im Vorjahr.

Um die Batterie, die bei voller Nutzung nach etwa elf Sekunden aufgebraucht ist, effektiver aufzuladen, müssen die Fahrer nun vor Kurven entweder früher vom Gas gehen ("Lift and Coast"), in einen niedrigeren Gang schalten oder einfach nicht Vollgas fahren. "Es ist nicht die reinste Form des Rennfahrens", monierte Weltmeister Lando Norris, für seinen McLaren-Teamkollegen Oscar Piastri sind die Änderungen diesbezüglich "kontraintuitiv".

"Overtake Mode" statt DRS

Der Batterie wird auch durch das Aus der Überholhilfe DRS eine größere Relevanz zuteil. Nun können Piloten, die weniger als eine Sekunde hinter dem Vordermann liegen, im "Overtake Mode" per Knopfdruck kurzfristig mehr elektrische Leistung abrufen - sofern sie vorhanden ist. Verteidigt werden könnte ein Überholmanöver wie schon in den Jahren zuvor per manueller Energieabgabe. Der neue "Boost Button" ist voreinstellbar. Er kann entweder zu einem beliebigen Zeitpunkt der Runde kurz maximale Energie freisetzen oder mit einem vor dem Rennen ausgewählten Setting weniger stark sein und dafür öfter verwendet werden. Da das Aufladen der Batterie stark von der Streckencharakteristik abhängt, müssen die Teams ihre Strategie im Energiemanagement stetig anpassen.

Angetrieben werden die Verbrennungsmotoren vollständig von synthetischem Kraftstoff, wodurch die Formel 1 ihrem Ziel, bis 2030 klimaneutral zu werden, wieder einen Schritt näherkommt. Auch das Erscheinungsbild der Autos ändert sich, allerdings nicht so gravierend. Die Wagen werden kürzer, schmäler und - trotz schwererer Batterie - leichter. Dadurch sollen sie in Zukunft auch wendiger sein, und das Hinterherfahren im Idealfall einfacher als in der jüngeren Vergangenheit. Die Pirelli-Reifen werden ebenfalls schmäler.

Aktiv verstellbare Front- und Heckflügel

Bei der Aerodynamik wird generell abgerüstet, der wieder flache Unterboden verliert seine entscheidende Bedeutung. Der sogenannte Bodeneffekt ("Ground Effect"), der die Autos auf den Asphalt prallen ließ, verschwindet. Das Regelwerk sieht zudem eine aktive Aerodynamik mit verstellbarem Front- und Heckflügel vor, um höhere Topspeeds bzw. Kurvengeschwindigkeiten zu ermöglichen. Neu sind ebenfalls Warnlichter an den Außenspiegeln, die frühzeitig auf eine Gefahrenstelle aufmerksam machen sollen.

Wird die Formel 1 durch die Regelrevolution wieder spektakulärer? Wie kommen die Fahrer mit der neuen Antriebseinheit zurecht, und gibt es mehr Überholmanöver als in der Vergangenheit? Und wie stark verändert sich die Hackordnung? "Es gibt noch viele Fragezeichen für uns alle. Aber das macht die Sache auch interessant, weil es einen Grund gibt, einzuschalten", sagte Verstappen vor dem Saisonstart in Melbourne im Streamingdienst Viaplay.

(apa/mc)

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