Freeclimbing ohne Netz?

Netflix sorgt für Aufregung

(22.01.2026) 101 Stockwerke, 508 Meter Höhe, Glasfassade – und keine Sicherung: Kletterstar Alex Honnold (bekannt aus dem Oscar-prämierten „Free Solo“) will den Wolkenkratzer Taipei 101 in Taiwan free solo erklimmen – und Netflix überträgt das Ganze live. Das Event heißt „Skyscraper Live“ und löst schon vor dem Start eine Debatte aus: Ist das sportliche Grenzerfahrung – oder Live-Entertainment mit potenziell tödlichem Ausgang?

Laut SRF soll der Stream in der Nacht auf Samstag um 2.00 Uhr (MEZ) starten – also mitten in der Nacht für Österreich. Netflix selbst nennt als Datum 23. Jänner (je nach Zeitzone entspricht das in Europa teils bereits der Nacht auf den 24. Jänner).

Honnold bestätigt: kein Sicherheitsnetz

Honnold macht keinen Hehl daraus, wie extrem die Nummer ist: kein Seil, kein Netz, kein klassisches Backup. In Interviews betont er, Angst sei immer dabei – „sie klettert mit“. Auch die offizielle Netflix-Beschreibung positioniert das Format klar als Hochrisiko-Live-Event.

Gleichzeitig gibt es laut AP bei der Übertragung eine kurze Verzögerung (berichtete 10 Sekunden) und strenge Bedingungen rund um Wetter und Sicherheit der Produktion – nicht als Sicherung fürs Klettern selbst, sondern als Broadcast-/Produktionsmaßnahme.

Taipei 101: „Gemacht, um geklettert zu werden“

Der Taipei 101 gilt architektonisch als ikonisch – pagodenartig gestuft, mit Absätzen und „Terrassen“-Zonen. Genau diese Struktur spielt in der Diskussion eine Rolle: Honnold argumentiert, die Form mache das Projekt „kletterbar“, Kritiker halten dagegen: kletterbar heißt nicht sicher – bei 508 Metern bleibt ein Fehler fatal.

Viele sagen: Honnold habe schon immer extrem geklettert – das sei sein Sport, sein Risiko. Der neue Punkt ist: Live, global, als Event-Show.

Medienethikerin Claudia Paganini kritisiert (sinngemäß), dass Live-Übertragungen dieser Art voyeuristische Dynamiken fördern können – Netflix dokumentiere nicht nur, sondern produziere das Spektakel aktiv mit. In dieselbe Richtung argumentieren weitere Stimmen aus Medien- und Sportwissenschaft: Wenn Millionen live zusehen, bekommt das Risiko eine neue gesellschaftliche Dimension.

Kurz: Nicht nur „Wird er es schaffen?“ – sondern unausgesprochen auch: „Was, wenn nicht?“ Genau das macht das Format für manche moralisch schwer verdaulich.

Honnold ist seit Jahrzehnten Kletterer, wurde mit „Free Solo“ weltberühmt und gilt als Ausnahmetalent. Doch die öffentliche Bewertung kippt für manche, weil sein Leben heute anders aussieht: Er ist verheiratet, Vater von zwei kleinen Kindern – und tritt diesmal bewusst vor ein Live-Publikum. Das erhöht den Druck und verstärkt die ethische Debatte: Darf man so ein Risiko als Show formatieren – und welche Signalwirkung hat das für Fans, junge Sportlerinnen und Sportler?

Für Netflix passt „Skyscraper Live“ in eine klare Strategie: Der Streamingdienst drängt seit einiger Zeit stärker in Live-Formate (Sport/Events) – und ein weltweites „Du musst jetzt einschalten“-Risiko-Event ist dafür maximal aufmerksamkeitsstark.

Kritiker warnen allerdings vor einem gefährlichen Präzedenzfall: Wenn Live-Content künftig immer stärker über „echtes Risiko“ definiert wird, verschiebt sich die Grenze dessen, was Plattformen zur Unterhaltung anbieten. Und selbst wenn Honnold Profi ist: Nachahmungseffekte lassen sich nicht wegdiskutieren.

Fazit: Echt, extrem, umstritten

„Skyscraper Live“ ist kein Fake und kein Filmtrick: Alex Honnold will den Taipei 101 tatsächlich ohne Seil klettern. Die zentrale Frage ist nicht, ob das beeindruckend ist – sondern ob man so etwas live als Entertainment-Event inszenieren sollte.

(fd)

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