Freizeitpädagogen-Demo

In Wien und Salzburg

(01.06.2023) Heute haben in Wien und Salzburg die Freizeitpädagogen gegen eine geplante Reform ihres Berufsbildes demonstriert. Ein noch im Diskussionsstadium befindlicher Gesetzesentwurf des Bildungsministeriums sieht vor, dass sie zu "Assistenzpädagogen" werden, auch im Lernteil ganztägiger Schulformen eingesetzt werden und in ein anderes Gehaltsschema wechseln. Matura soll Voraussetzung für die Ausbildung werden, deren Dauer dafür halbiert werden soll.

In Wien hat der Betriebsrat von "Bildung im Mittelpunkt" (BiM), das an 142 öffentlichen Volksschulen den Freizeitteil gestaltet, für 15 Uhr zur öffentlichen Betriebsversammlung am Stephansplatz und anschließendem Demomarsch zum Bildungsministerium aufgerufen. 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, waren - unterstützt von Eltern und Kindern - dem Aufruf nach Angaben von Polizei und Veranstaltern gefolgt. Die Reform brächte eine Verschlechterung nicht nur für die Freizeitpädagoginnen und -pädagogen selbst sondern für das gesamte pädagogische Berufsfeld, warnten die Demonstrierenden. "Wir sind keine Assistentinnen, wir sind eine eigene Profession!", betonte die "BiM"-Betriebsratsvorsitzende Selma Schacht, die weiteren Widerstand gegen die geplante Reform ankündigte. Eine Aktionswoche ab dem 12. Juni wird gerade vorbereitet.

Bereits von 8.00 bis 10.00 Uhr fand eine vom Betriebsrat des Salzburger "Verein für Freizeitbetreuung" und der Gewerkschaft GPA organisierte Kundgebung auf dem Mozartplatz in der Salzburger Altstadt statt. Laut GPA-Salzburg-Geschäftsführer Michael Huber nahmen daran rund 50 Personen teil. Am morgigen Freitag sollen die Freizeitpädagoginnen und -pädagogen in Kärnten auf die Straße gehen, am 15. Juni in der Steiermark.

Laut dem "BiM"-Betriebsrat, der rund 2.300 Freizeitpädagoginnen und -pädagogen in Wien vertritt, brächte die geplante Reform Gehaltskürzungen von bis zu einem Fünftel, "unsinnige Einstiegshürden", eine Verschlechterung der Ausbildung, eine unklare arbeitsrechtliche Situation und bedeute das Aus für die Freizeitpädagogik-Anbieter. Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) kritisierte, dass bei dem neuen Modell anstelle von Trägerorganisationen wie z.B. Hilfswerk, Volkshilfe oder Kinderfreunden die Bildungsdirektionen der Länder das Angebot direkt verantworten sollen. Die Reform würde "ein bestens funktionierendes System" zu gefährden.

Laut dem "BiM"-Betriebsrat, der rund 2.300 Freizeitpädagoginnen und -pädagogen in Wien vertritt, brächte die geplante Reform Gehaltskürzungen von bis zu einem Fünftel, "unsinnige Einstiegshürden", eine Verschlechterung der Ausbildung, eine unklare arbeitsrechtliche Situation und bedeute das Aus für die Freizeitpädagogik-Anbieter. Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) kritisierte, dass bei dem neuen Modell anstelle von Trägerorganisationen wie z.B. Hilfswerk, Volkshilfe oder Kinderfreunden die Bildungsdirektionen der Länder das Angebot direkt verantworten sollen. Die Reform würde "ein bestens funktionierendes System" zu gefährden.

Verschlechterung befürchtet

Die SPÖ-Bundesbildungsorganisation befürchtet indes, dass die Reform weniger Ferienbetreuung und ein Abgehen vom verschränkten Unterricht in Ganztagsschulen bedeuten würde. In Wien, das bereits über ein gut organisiertes System der Ganztagesbetreuung verfüge, wäre die Reform "eine enorme Verschlechterung". Die Wiener SPÖ hat deshalb unter https://www.spoe.wien/ganztagsschule-in-gefahr eine Petition gestartet.

Die Berufsgruppe der Freizeitpädagogen wurde vor zehn Jahren geschaffen, um trotz Lehrermangels den Personalbedarf beim Ausbau der schulischen Tagesbetreuung decken zu können. Freizeitpädagogen sind "nur" für die Freizeitgestaltung zuständig. In der individuellen Lernzeit, in der die Schüler bei den Hausaufgaben unterstützt werden, dürfen derzeit nur Lehrer und Erzieher eingesetzt werden.

Der Reformentwurf

Der Reformentwurf sieht nun vor, dass ab Herbst 2024 die zwei Berufsbilder Freizeitpädagoge und Erzieher durch "Assistenzpädagogen" ersetzt werden, die im gesamten Betreuungsteil an ganztägigen Schulen einsetzbar sein und diesen sogar leiten dürfen sollen. Auch bei Bewegungseinheiten und fächerübergreifenden Einheiten in der Sommerschule sollen sie einsetzbar sein. Im neuen Modell soll die Matura Zugangsvoraussetzung für die Ausbildung zum Assistenzpädagogen sein, die Dauer wird im Vergleich zur Freizeitpädagogen-Ausbildung mit 30 ECTS halbiert. Außerdem soll die neue Berufsgruppe eine eigene Gehaltstabelle im Lehrerdienstrecht und eine Lehrverpflichtung von 32 Wochenstunden bekommen.

(fd/apa)

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