Friedensgespräche gescheitert

Zwischen USA und Iran

(12.04.2026) Bei den Friedensgesprächen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad ist laut US-Vizepräsident James Vance keine Einigung erzielt worden. So habe es vom Iran keine Zusage für einen Verzicht auf Atomwaffen gegeben, sagte er am Sonntag in Islamabad vor Journalisten. Er reise ab, nachdem er Teheran ein "letztes und bestes Angebot" unterbreitet habe. "Wir werden sehen, ob die Iraner es akzeptieren", so der Stellvertreter von Präsident Donald Trump.

Bei den 21-stündigen Gesprächen habe es "bedeutende Diskussionen mit den Iranern" gegeben, sagte Vance weiter. "Das ist die gute Nachricht. Die schlechte Nachricht ist, dass wir zu keiner Einigung gekommen sind. Und ich denke, für den Iran sind das viel mehr schlechte Nachrichten als für die Vereinigten Staaten von Amerika. Wir kehren also in die USA zurück, ohne eine Einigung erzielt zu haben." Während der Verhandlungen habe er ein halbes Dutzend Mal mit US-Präsident Trump telefoniert, fügte der Vizepräsident hinzu.

Auch die iranische Seite bestätigte das Scheitern der Gespräche. Die Nachrichtenagentur Tasnim meldete unter Berufung auf einen Reporter vor Ort, die Verhandlungen seien beendet. Überzogene Forderungen der USA hätten einen gemeinsamen Rahmen und ein Abkommen verhindert. Dem Sender Press TV zufolge gehörten unter anderem die Straße von Hormuz sowie das Recht des Landes auf ein eigenes Atomprogramm zu den Streitpunkten.

Es waren die ranghöchsten Gespräche zwischen den USA und dem Iran seit der Islamischen Revolution von 1979 und die ersten offiziellen direkten Verhandlungen zwischen beiden Seiten seit 2015. Damals war in Wien das internationale Atomabkommen geschlossen worden, das verhindern sollte, dass der Iran eine Atombombe entwickelt. Die USA stiegen jedoch 2018 während Trumps erster Amtszeit aus dem Abkommen aus, und der Iran sah sich nicht mehr an dessen Auflagen gebunden. Ebenfalls 2018 untersagte der damalige Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Khamenei, weitere direkte Gespräche zwischen seinem Land und den USA. Er wurde zu Beginn des Krieges bei einem Angriff auf Teheran getötet.

Seit Ende Februar Krieg

Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans hatten am Samstag begonnen. Die USA wurden von Vance, dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner vertreten. Für den Iran waren unter anderem Parlamentspräsident Mohammad Baqer Qalibaf und Außenminister Abbas Araqchi nach Islamabad gereist.

Laut dem iranischen Außenamtssprecher Esmail Baghaei Hamaneh ging es bei den Verhandlungen um zentrale Themen wie die für den weltweiten Ölhandel wichtigen Seestraße von Hormuz, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis in den Sonntag hinein hätten "intensive Verhandlungen" stattgefunden. Dabei seien "zahlreiche Nachrichten und Texte" zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden, schrieb Baghaei in den frühen Morgenstunden auf X. Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge aber "von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen des Irans anzuerkennen", schrieb Baghaei weiter.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar umfassende Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien vor wenigen Tagen auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit sollte unter der Vermittlung Pakistans über ein dauerhaftes Ende des Krieges verhandelt werden. Die Positionen der Kriegsparteien lagen aber von Anfang an extrem weit auseinander. Pakistan hat inzwischen beide Länder aufgerufen, trotz des vorläufigen Scheiterns der Diplomatie weiter die vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Dies sei "zwingend erforderlich", sagte der pakistanische Außenminister Ishaq Dar am Sonntag. Pakistan werde weiter als Vermittler dienen, um den "Dialog" zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen.

Wohl doch keine Fortsetzung am Sonntag

Bei allen Gesprächsrunden am Samstag und in der Nacht auf Sonntag hatte sich nichts getan. Eine nächtliche Pause wurde eingelegt. Man ging allerdings davon aus, dass es am Sonntag weitergeht. Dazu kommt es nun nicht.

Trump hatte sich zuletzt so geäußert: Der Iran lasse sich möglicherweise auf einen Deal ein, möglicherweise aber auch nicht. Unabhängig davon, was passiere, würden die USA aber gewinnen. Die USA seien in sehr tiefgehenden Verhandlungen mit dem Iran, fügt er hinzu. Für ihn mache es aber keinen Unterschied, ob es einen Deal mit dem Iran gebe.

Knackpunkt Hormuz

Das Ringen um ein dauerhaftes Ende des Krieges der USA und Israels gegen den Iran hatten am Samstag in Islamabad begonnen. Nach getrennten Vorgesprächen der Delegationen aus den USA und dem Iran mit Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif starteten die Kriegsparteien ihre Friedensverhandlungen. Differenzen seien groß, bei der Straße von Hormuz seien die Verhandlungen sogar in einer Sackgasse, hieß es.

Die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars berichteten von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde auch hier die Straße von Hormuz als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden. Tasnim zufolge bestand die iranische Delegation auf der "Wahrung der militärischen Errungenschaften", eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik.

Die von Pakistan vermittelten Verhandlungen waren laut "New York Times" das hochrangigste direkte Treffen zwischen US-amerikanischen und iranischen Beamten seit der Islamischen Revolution im Iran 1979 und der Verfeindung der beiden Länder. Die Sicherheitsvorkehrungen in Islamabad waren hoch. Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten, wurden für die Verhandlungen stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.

Welche Forderungen stehen im Raum?

Die USA und der Iran hatten sich in der Nacht auf Mittwoch auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Krieg verständigt - nun ging es in Islamabad um eine dauerhafte Friedenslösung. Die Liste an zu überwindenden Differenzen ist aber kompliziert und lang. Zu den größten Streitpunkten zählt Teherans Blockade der Straße von Hormuz. Der Iran beansprucht die Kontrolle der für die weltweite Energieversorgung wichtigen Meerenge und plant ein Mautsystem. Die USA wollen wie vor dem Krieg eine freie und sichere Durchfahrt ohne Maut.

Zudem verlangt Washington die Herausgabe von mehr als 400 Kilogramm hoch angereicherten Urans und die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Washington will dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.

Teheran pocht indes auf die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie Reparationszahlungen für die während des Kriegs entstandenen Schäden. Zudem verlangt der Iran die Aufhebung sämtlicher Sanktionen, eine Garantie, dass es nicht mehr zu Angriffen kommen wird, und einen Abzug von US-Soldaten aus dem Nahen Osten.

Der Iran hat es nun einem Insider zufolge mit weiteren Gesprächen nicht eilig. Solange die USA keinem vernünftigen Abkommen zustimmten, werde sich an der Lage in der Straße von Hormuz nichts ändern, meldet die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Das iranische Außenministerium begründete das vorläufige Scheitern der Verhandlungen Medienberichten zufolge mit einer Atmosphäre des Misstrauens. Man habe sich zwar in mehreren Punkten verständigt, bei zwei wichtigen Themen seien die Ansichten jedoch auseinandergegangen, erklärt das Ministerium. Daher habe man ohnehin nicht erwartet, bereits in der ersten Sitzung eine Einigung zu erzielen. Die Konsultationen zwischen dem Iran, Pakistan und "unseren anderen Freunden" in der Region werden dem Ministerium zufolge unterdessen fortgesetzt.

(APA/CD)

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